„Wer spricht die ganze Zeit mit mir? Ich höre Stimmen.“
„Wahnsinnige hören Stimmen.“
„Und ich bin nicht wahnsinnig. Bin nicht wahnsinnig! Ich bin der Bankier Jürgen Kolbenreiher. Und ich brauche nur nicht mehr in das Bureau zu gehen, brauche nur da wieder anzuknüpfen, wo ich vor vierzehn Jahren abgebrochen habe, dann werde ich wieder ein Ziel haben, werde hingebungsvoll kämpfen, und alles wird gut sein.“
„Auch dieser Wunsch entspringt dem Konflikt, der Sie ins Irrenhaus bringen wird.“
„Suchet, so werdet Ihr finden, heißt es in der Schrift.“ Jürgen lauschte, das Gesicht seitwärts gedreht. Im Nachbargarten ertönte eine Lachsalve.
„Ich muß Schluß machen, Schluß! und sofort neu anfangen. Auf der Stelle! Vor allem: ich gehe nicht mehr in die Bank. Schluß!“
Er war aufgesprungen, lauschte nach innen, was der Strom der Gefühle ihm zuerst bringen werde:
Schreibmaschinen klapperten. Der Mahagoniaufzug stieg lautlos empor. Angestellte eilten durch die Gänge des Bankgebäudes. Der Prokurist verbeugte sich, reichte Jürgen die wichtigen Telegramme.
Angewidert von dem eigentümlichen Geruch des Bankgebäudes, schob er das ganze Geschäft von sich weg, wartete auf den Strom der Gefühle. Die Frau des befreundeten Fabrikanten, eine junge, schöne Blondine, die zu Jürgen in die Villa gekommen und von ihm verführt worden war, tritt ein, nimmt, wie damals, den Schleier ab. Das sah, wie damals, aus, als ob sie sich entkleidete. Jürgen schüttelte abwehrend den Kopf.
Das Billardbrett tauchte grün auf. Jürgen hatte nur noch einen schwierigen Stoß zu machen. Der gelang ihm. Er hatte die Partie gewonnen. Der Freund mußte bezahlen.