Als er nach langer Fahrt vor dem Meldeamt ankam, war es schon geschlossen. Als erster stand er um zwei Uhr wieder vor dem Schalterfenster, bekam einen Zettel zum Ausfüllen. Sog den Staub- und Papiergeruch ein. Riecht wie in unserer Buchhaltung, dachte er. Und reichte, bebend vor Erwartung, den Zettel dem Beamten.
Der unterhielt sich mit seinem Kollegen, schimpfte über die schlechte Beleuchtung, stand plötzlich reglos und sah aus, als denke er.
‚Alle Menschen denken in jeder Sekunde ihres ganzen Lebens irgend etwas. Nur ich ...‘ „Was denken Sie momentan?“
„Nichts“, bekannte mechanisch der Beamte. Dann erst staunte er und begann zu suchen.
„Ist er hier gemeldet?“ fragte Jürgen gierig. „Kolbenreiher mit H!“
Der Beamte gab keine Antwort; er unterhielt sich weiter mit seinem Kollegen über die Tatsache, daß ein Teppichgeschäft in Berlin N den Mitgliedern der Beamtenorganisation zehn Prozent Rabatt gewähre, fragte, ob er diesen Rabatt wohl auch bekäme, wenn er nur zwei ganz einfache Bettvorleger kaufe. „Wenn nicht, würde ich lieber Strohmatten nehmen. Kosten kaum die Hälfte.“
„Und halten auch vierzehn Tage!“
„Haben Sie den Personalakt gefunden?“ Jürgen streckte den Oberkörper durch das Schalterquadrat.
„Man darf eben nicht mit den Schuhen darauftreten ... Nun, wenn man früh aufsteht ...“
„Ist er hier gemeldet?“