Gegenüber dem ‚Paradies‘ standen zwei Schutzleute, unter dem Eingangstor drei Arbeiter, die sich lebhaft unterhielten, und neben einem Stoße Broschüren ein vierzehnjähriger Knabe, der sicheren Blickes auf Jürgen zuschritt: „Der Kampf um den Sozialismus!“

Jürgen kaufte die Broschüre. „Wer spricht heute Abend?“

„Meine Mutter: die Genossin Lenz.“

‚Halt! Halt! Das ist zu viel, zu viel Glück, zu viel Glück.‘ Bebend blickte er auf Katharinas Sohn, der äußerlich ganz und gar so aussah, wie der Gymnasiast Jürgen, der vor dem Buchladen gestanden und nicht den Mut gehabt hatte, einzutreten und die Broschüre zu kaufen.

Mit den drei Arbeitern trat Jürgen in den Saal, schloß leise die Tür. Fernher klang in die Stille die Stimme Katharinas.

Werke von Leonhard Frank

DIE RÄUBERBANDE

Roman 20. Tausend

Im Insel-Verlag, Leipzig

DIE URSACHE