„Lassen Sie ganz umsonst schaukeln.“
Da schrie Herr Schmied mit vollen Lungen so lange nach dem Halben-Preis-Plakat, bis Seidel ihm auseinandersetzte, dann müsse auch der andere umsonst schaukeln lassen, aber es käme darauf an, wer es länger aushielte. „Sie sind ein wohlhabender Mann; der Konkurrent steht vor dem Bankerott. Sie warten ganz einfach, bis er zu Ihnen kommt und bittet, daß beiderseits wieder um den ganzen Preis geschaukelt werden soll.“
Herrn Rudolf Schmieds altes Messegesicht leuchtete.
Seidel rief Das Herz, das Pferdegesicht und die andern Adjunkte in den Wagen. Viele hundert kleine, improvisierte Billetts wurden eiligst geschnitten, gestempelt. Und auf dem gewaltigen Plakat stand: ‚Wer ein Billett hat, fährt ganz umsonst in Rudolf Schmieds modernster und höchster Schaukel der Welt‘.
Das Herz brüllte, schleuderte die Zettelchen ins Publikum. Das nahm die Schaukel im Sturm. Seidel beobachtete die Konkurrenzschiffe, die sich entleerten und nicht mehr füllten.
Ein ungeheurer Tumult erhob sich. Das Hinüber- und Zurückbrüllen der beiden Besitzer hatte das ganze Messepublikum angezogen. Viele Budenbesitzer kamen geeilt, zu erfahren, was ihnen das Publikum entzog. In der ersten Reihe stand Herr Hohmeier.
Eine Viertelstunde später kostete die Tour wieder den ganzen Preis. Seidel hatte im Wagen des Herrn Schmied die Verhandlungen geleitet.
Der Besitzer der Berg- und Talbahn, des größten Unternehmens der Messe, fing Seidel ab, legte ihm die Hand auf die Schulter: „Ich brauche eine Hilfe. Wollen Sie Geschäftsführer bei mir werden? ... Das haben Sie großartig gemacht.“
„Ich bin bei Herrn Schmied angestellt.“
„Ich zahle Ihnen das Dreifache.“