Der schmalgesichtige Attentäter blieb so reglos in der Ecke sitzen, als ginge ihn diese Sache gar nichts an, schüttelte verneinend den Kopf.
Der Mund des Beamten zischte vor Kraftanstrengung. Er bekam einen Arm frei. Griff in die Tasche nach dem Revolver.
Mit dem angesammelten Zorn seines ganzen Lebens schleuderte Jürgen den Beamten von sich, daß dessen Kopf und Oberkörper durch die zerkrachende Fensterscheibe schossen, stürzte aus dem Wagen, über die Gleise, durch die Bahnhofsanlage, Häuser entlang. Vernahm einen Trillerpfiff, schon fernher.
Ruhigen Schrittes ging er in einen offenen Lagerplatz, in dem mehrere Möbelwagen und viele andere Fuhrwerke standen, und setzte sich auf einen Handwagen. Eine Schar Hühner eilte sofort auf ihn zu.
‚Die Rechnung ist einfach: Der eine war im Bahnhofsrestaurant; der andere konnte mir nicht nach, weil er den Gefangenen nicht verlassen durfte. Außerdem war ich, bis er seinen Kopf befreit hatte, schon weg.‘ Dabei zerbrach Jürgen das Brotstückchen, das er in seiner Tasche gefunden hatte, und streute die Krümel unter die übereinandersteigenden und -fliegenden Hühner.
‚Und jetzt? ... Jetzt wird er hingerichtet.‘
Erst als Jürgen, heimwärtsschreitend, schon mehrere Querstraßen hinter sich hatte, rannte der Beamte, der in der Restauration gewesen war, über den Bahnhofsplatz, in der Hand den Browning.
Zierlich gekleidete Zofen eilten im gepflegten Villenviertel an Jürgen vorbei. Gebadete Damen in hübschen Morgenkleidern nahmen das Frühstück und sonnten sich im Liegestuhl auf den Balkonen. Die Gärten dufteten.
Ich scheiß auf all das. Das Ganze ist gemein, dachte Jürgen und klinkte die Tür auf. Die Tante, erzürnt, weil er die Nacht außer Haus zugebracht hatte, ging grußlos an ihm vorüber. ‚Auf alles!‘ dachte er und schlief sofort ein.
„Und ich erkläre Ihnen, das ist ausgeschlossen.“