Da marschiert er mit den neun Proletariern den Korso hinauf, sieht die promenierende Menge, die vier lichtspritzenden Bogenlampen über des Juweliers Schaufenster. Hört die Streichmusik, erkennt die Melodie.
Die Schicksalspause tritt ein.
‚Also, auf morgen!‘ sagt der Holzarbeiter.
Diese photographische Genauigkeit! Ich sah im Traume sogar die gelbe Rose in Adolfs Knopfloch, deren tatsächliches Vorhandensein mir gestern nicht einmal in der Wirklichkeit bewußt geworden war, denkt Jürgen, der träumte, erwacht zu sein. Steckt sich die Rose ins Knopfloch.
Sitzt mit Adolf Sinsheimer und den drei Schulkameraden auf der Weinterrasse. Plötzlich verdichten sich die vier Körper in einen Körper, auf dessen Hals die vier Köpfe stecken.
Alle vier Gesichter haben den selben zotigen Zug um den Mund, denkt Jürgen. ‚Wie Männer, wenn sie eine wehrlose Frau auf der Straße ansehen. Den selben, das Menschenauge schändenden Blick, den kein Tier dieser Erde hat.‘
Alle vier Münder gleichzeitig sprechen ein furchtbares Wort: Ein Menschenschrei, gefangen im Kellergewölbe. Dann nimmt der Vierköpfige ein kleines Küchenmesser mit brauner Holzschale aus der Westentasche und stemmt Jürgens Schädeldecke auf.
Die Hauptmasse des Gehirns reißt er mit der Hand heraus. Das Hängengebliebene kratzt er mit dem Küchenmesser sorgfältig ab.
Dabei hört der zu maßlosem Entsetzen Erstarrte die erste Geige im Weinrestaurant jubelnd in die Höhe steigen.
Der Vierköpfige wickelt ein sorgfältig verpacktes, neues Gehirn aus, um das herum – wie um eine Sektflasche die Steuerbanderole – das Fabrikzeichen klebt, preßt es in Jürgens offenen Kopf hinein und paßt die Schädeldecke wieder auf.