„Dunkle, wilde Leidenssphäre
Hüllet die Millionen ein“,
singt der Stabsarzt im Tempo des Zuges und trocknet, den Blick auf Berlin gerichtet, die Hände ab am Tuche, das sich rosa färbt.
„Wenn Sie den Vertrag nicht einhalten, gerate ich mit meiner ganzen Familie ins Elend.“
„Das täte mir ja sehr leid, wirklich sehr leid . . . Aber in unserer Branche muß, wie Sie ja wissen werden, mein Vertreter fortwährend mit in der Regel sehr vornehmen und, sagen wir . . . empfindlichen Damen verkehren und unterhandeln. Im Geschäftsinteresse. Er muß diese Damen unausgesetzt mit allen möglichen Feinheiten bearbeiten. Das verlangt nun einmal das Geschäftsinteresse. Es handelt sich in jedem einzelnen Falle um den Gewinn oder den Ausfall von Tausenden. Sehen Sie ein, mein Vertreter muß diesen Damen doch . . . die Hand geben können. Das zum Beispiel ist unbedingt notwendig. Aber Sie können das nicht . . . gut, da Sie ja keine Hände haben . . . Tut mir ja wirklich sehr leid, aber diesen Direktorposten können Sie nicht versehen. Das ist unmöglich.“
„Das mag ja . . .“
„Wirklich unmöglich!“
„. . . vor dem Kriege so gewesen sein, . . .“
„Ganz und gar unmöglich!“
„. . . aber für jetzt, für diese Zeit gilt das sicher nicht mehr. Jetzt ist doch jeder anständige Mensch in dieser Hinsicht rücksichtsvoll. Jetzt stößt sich doch niemand daran, stößt sich doch eine noch so vornehme Dame nicht daran, daß ein Mensch . . . keine Hände hat.“