Fäuste packten die Gewehre. Bajonette starrten. Graue Gestalten, im Graben eng zusammengedrängt. Das waren keine Menschengesichter mehr. Gesichter aus Glas. Augen aus Glas. Das Denken, jede Überlegung war aus dem Sein der Soldaten hinausgefallen.
Auch der Sohn steckt das Bajonett auf den Rohrlauf, denkt noch: ‚Und dann kann die Mutter nicht atmen, wenn sie den Brief bekommt.‘ Denkt: ‚Falle ich?‘ Und wurde vom Befehle vorgestoßen,
während die Mutter machtlos am Eßtische stand und des Vaters Suppenteller füllte.
Ihr abwesender Blick traf die farbige Photographie des beliebtesten Heerführers, die der Vater gekauft und an die Wand gehängt hatte. Der lange Perpendikel der höher hängenden Schwarzwälderuhr schwang über dem Gesichte des Heerführers hin und her.
Genau senkrecht unter dem beständig überquerten Heerführergesicht saß der Vater und las zur Suppe ‚Ein kühnes Patrouillenstückchen‘ in der Zeitung.
Die Mutter wußte nicht, ob sie sich den Sohn hinter der Front oder in der vorderen Linie denken sollte,
während in dieser Sekunde der Sohn, von geschwungenen Gewehrkolben und wildglotzenden Menschengesichtern überdacht, im feindlichen Graben ins Knie glitschte.
‚. . . und machte ihn kurzerhand nieder‘, las der Vater zu Ende. „. . . Was gibts denn?“
„Es ist wieder kein Brief gekommen.“
„Nein, was du zu essen hast . . . Wird schon kommen. Ist ja noch immer gekommen.“