„Sonst nichts? . . . Ich meine, sonst liegt nichts vor?“

„Sie möchten feststellen, wer der Selbstmörder ist.“

Noch Morgenstille in Berlin. Dämmerung in den Asphaltstraßen.

Eine leicht bewegte, in Viererreihen streng geordnete Menschenmenge steht an der Markthalle entlang. Grau, spukhaft und ungeheuer bedrückt.

„Auf was warten die Leute?“ fragte der Anwalt einen alten Arbeiter, der zerrissene, mit Bindfaden geflickte Lackschuhe anhatte.

„Es gibt städtische Fische . . . Um ein Uhr mittags beginnt der Verkauf.“

„Und da stehen die Leute jetzt schon hier? Früh um fünf Uhr?“

Wie die Worte klingen in der Stille, dachte er.

„Wir stehen schon seit gestern abend um zehn Uhr hier . . . Die Rückwärtigen, die erst gegen Mitternacht gekommen sind, kriegen wahrscheinlich nichts . . . Vielleicht aber doch; wahrscheinlich aber nicht.“

Der Anwalt ging mit dem Schutzmann weiter. ‚Man hat diesem wunderbaren, geistig entsetzlich ruinierten Volk die Pflicht, für den Staat zu leben und zu sterben, eingegeben, und an diesem Brocken würgen die siebzig Millionen — daheim und an den Fronten — so lange, bis sie erstickt sein werden im Dienste eines Staates, dessen Geist — vorsichtig gesprochen — schwer mitschuldig ist am Kriege. Millionen sind schon an dieser falschen Pflicht erstickt. Wann wird dieses Volk ebenso stoisch für die Freiheit dulden?‘