Und sprachen hinunter zum schwarzen Menschenkreuz, in dessen Mitte der gekreuzigte Sohn ragte.
Das zu den Rednern emporgerichtete Gesicht der verbrüderten Menge leuchtete weiß. Und die Worte des neuen Zeitalters sanken, wie vor zweitausend Jahren, hinein in die durch mörderisches Leid wieder für die Liebe bereit gewordenen Menschen.
IV.
Das Liebespaar
Früh um fünf Uhr läutete die Wohnungsglocke langgezogen in den Traum des Rechtsanwaltes hinein.
Der Schlaftrunkene tappte durch den dunklen Wohnungsflur zur verschlossenen Tür. „Wer ist da?“
„Die Polizei.“
Sofort fiel ihm ein, daß er am Tage vorher in einer Gesellschaft gesagt hatte: „Der Hotelkellner, der die revolutionären Friedensdemonstrationen verursacht und dabei den Leuten erklärt, daß militärische Eroberungen menschenunwürdig und militärische Siege nicht maßgebend sind für den inneren Wert einer Nation, leistet für die Zukunft des Volkes mehr als unser berühmtester Heerführer.“
Und jetzt lassen mich die Scharfrichter der Menschlichkeit verhaften, dachte der Rechtsanwalt und öffnete. „Wen suchen Sie?“
„Der bin ich selbst.“
„Sie möchten ins Leichenschauhaus kommen, Herr Doktor. Dort ist ein Selbstmörder eingeliefert worden, bei dem nur Ihre Visitenkarte gefunden wurde. Sonst nichts.“