Zitternd vor Schreck und Empörung, stieg der Führer aus dem Wagen, um nachzusehen, ob Winnetou verletzt war.

Die Alte hatte den Wagen erreicht und stieg ein.

Führer und Fahrgäste schimpften Winnetou nach, der, den Mund verzogen, als sei ihm schweres Unrecht geschehen, zurücksah.

Ein weißhaariger Alter, der im Stocke des Eckhauses mit der Tabakspfeife am Fenster saß, stand mühsam auf und schüttelte wütend die Faust hinunter zu Winnetou, der in die Seitengasse einbog.

Der Schreiber und der bleiche Kapitän kamen ihm entgegen. „Geh mit, wir schießen“, sagte der Hauptmann, zog seinen Rockflügel zur Seite und zeigte Winnetou einen neuen Zimmerstutzen. „Wir gehn zu Falkenauge und schießen in seiner Kammer . . . Geh mit.“

„. . . Ich geh nimmer mit . . . Ich geh wo anders hin“, sagte Winnetou und ging auch gleich weg, in der Richtung zur Kirche.

Verdutzt blickten sie ihm nach.

Das Hochamt hatte schon begonnen. Winnetou schlug das Kreuz und setzte sich. Und als er die lateinischen Worte des Priesters und das ferne Klingeln der Ministranten im mächtigen Kirchenschiff hörte, stellten sich die Glücksschauer des Aufgelöstseins, die er im Sterbezimmer der Mutter empfunden hatte, wieder ein.

Müdigkeit befiel ihn; er schlief ein.

Der brausende Orgelklang weckte ihn auf. Da fühlte Winnetou unvermittelt, daß Frömmigkeit und Gottesglaube sich mit seinen Räuberidealen nicht deckten.