Diese eingeschlagenen Fensterscheiben waren für die Räuber der Abschluß ihrer ersten Jugend.
In der folgenden Woche sprachen alle Einwohner des Mainviertels von ein und derselben Sache: Herrn Glasermeister Johann Jakob Streberle war ein Unglück passiert. Alle dreihundertsiebenundsechzig Fenster für das neue Krankenhaus hatte er um einen Zentimeter zu schmal gemacht; die Fenster waren unbrauchbar; er mußte eine hohe Konventionalstrafe bezahlen und machte Bankerott.
Ein paar Wochen lief er traurig in Würzburg herum, lachte nicht mehr; als Gehilfe Arbeit zu nehmen, ließ sein Meisterstolz nicht zu, und eines Tages war er verschwunden.
Der bleiche Kapitän, der Schreiber und Oldshatterhand standen am Fluß beisammen. Falkenauge kam geschritten, energisch.
Quer über seinen Rücken hatte er etwas hängen in einem braunen Segeltuchfutteral. Es sah aus wie ein Gewehr.
„Wo warst du?“
„Auf der Jagd!“ rief Falkenauge, schwang sein Fischnetz und schritt weiter.
„Also, wenn ich dir sag, man kann’s jeden Tag fünf-, sechsmal tun, so oft’s überhaupt geht. Es schadet einem gar nichts; man bleibt genau so stark und gesund wie man war“, sagte der Schreiber zum bleichen Kapitän und schloß: „Ich hätt ja selber nit geglaubt, daß es sowas gibt auf der Welt. Das is ja ganz kolossal.“
Der Schreiber hatte rotumränderte Augen und eingefallene, graue Wangen.
„Wie is denn das? . . . Wie tut man’s denn?“ fragte Oldshatterhand.