„Mei Vater hat heut zu mir g’sagt, wenn ich noch einmal mit Oldshatterhand und mit dir und den andern verkehre, könnte ich was erleben . . . Grün und blau wollt er mir ihn schlagen. Er weiß aber ganz genau, daß ich mir das nit g’fall laß.“

„Ja no.“

„Das eine weiß ich“, sprach der Schreiber hochdeutsch, „so saudumm würde ich nicht sein, wenn ich Vater wäre.“

„Gott, die ham ja keine Ahnung. Aber Augen werden die noch machen.“ Der bleiche Kapitän erhob sich und trat prüfend von einem Fuße auf den andern. „Es ist wahrhaftig so, wie wenn man überhaupt keine Schuh anhätt. Ich versteh absolut nit, warum mei Mutter mir die andern vierzehn Paar wieder zurückgetragen hat.“

„So sind sie halt. Da kannst wirklich nix mach. Gehn wir jetzt.“

„Ja, aber leis.“

Sie stiegen den Schloßberg hinauf, bis vor das eisenbeschlagene, wuchtige Bohlentor, durch das man in die Festung gelangt. Um diese Zeit war das Tor geschlossen.

Gebückt schlichen sie auf dem Bergrücken nach links, bis an den Rand vor, von wo aus man tief unten die Stadt liegen sieht, hoben wie auf Kommando die Arme, schüttelten die Fäuste, riefen: „Weh dir!“ zur Stadt hinunter und sprangen in den Festungsgraben.

Von allen Seiten kamen jetzt kleine, dunkle Gestalten den Schloßberg heraufgeschlichen, bis an den Rand vor, riefen: „Weh dir!“ und sprangen, den bequemen Weg verachtend, die hohe Mauer hinunter in den Festungsgraben.

Die Räuberbande, eine Schar vierzehnjähriger Lehrjungen, war versammelt.