„Fünfzig Mark. Nächste Woche sechzig“, sagte er mürrisch.
Ein Freudenschimmer lief über ihr Gesicht. „Davon kannst du dreißig zurücklegen . . . Wenn der Verdienst so weitergeht, können wir Weihnachten heiraten.“
Oldshatterhand ging in seine Kammer. Die war schmal wie ein Gang. Vier Betten, hintereinander, standen darin und sonst nichts. In einem schlief ein Viehtreiber — sein fettiger Ziegenhainer lehnte in der Ecke —, im andern der Bräutigam, im dritten der vierzigjährige verblödete Sohn des Hauses, der nur lallen konnte und manchmal Wutanfälle bekam, wobei er sich nackt auszog und mit einem Küchenmesser auf seine Mutter losging. Er saß auf dem Bett und verzehrte sein Abendbrot, eine armlange rohe Gurke mit Salz.
Beim Fenster schlief Oldshatterhand, heute zum ersten Male, denn früh hatte er sich erst eingemietet.
Gegen Morgen träumte er: eine Schar Mäuse husche unaufhörlich an seinem Körper entlang, um ihn herum. Er wachte auf, fühlte vielfüßiges Gekrabbel, griff unter die Bettdecke und griff ein flaches Tierchen, das ihm jedoch, über seinen Handrücken rennend, gleich wieder entwischte.
Das Bettlaken war mit vielen kleinen Blutflecken punktiert: zerdrückte Wanzen.
Er rief die Wirtin und kündigte. „Im Bett sind Wanzen.“
„Ach nee.“
„Unheimlich viel.“
„Die beißen Ihnen doch nich.“