„Ja, was denn! Ja, was denn! Darf denn das sein?“ flüsterte er, ging fassungslos weiter, begann plötzlich zu rennen.

Da tat sich eine weiße Wunderstraße auf, asphaltiert, von größter Sauberkeit. Lauter gleichhohe Häuser, weiß, mit flachen Dächern. Breit wie ein Traum war die Straße.

Immer wenn Hufschlag ertönte, wandte Oldshatterhand sich um, weil er Reiter vermutete, aber immer hing an den ausgreifenden Pferden auch eine Equipage daran, die lautlos auf dem glasglatten Asphalt rollte, die linealgerade, endlose Straße hinaus. Querstraßen, wunderschön, breit und lang, durchschnitten seine Straße.

Er bog in eine Seitengasse ein, und noch einmal in eine zweite. Die war eng, feucht; Obst- und Gemüseabfälle, Zeitungsfetzen und Lumpen lagen, und halbnackte, schmutzige Kinder hockten auf dem Pflaster umher, und es roch nach Abort.

In dieser Gasse wohnte Oldshatterhand.

Er stieg hinauf, bis unters Dach. Die Tochter seiner Hausfrau öffnete ihm und lief schnell ins Wohnzimmer zurück. Sie hatte ein orientalisch-weiches, gelbes Gesicht und fast nichts an. „Kommen Sie doch näher, Herr Vierkant.“

Links neben ihr, auf der gewesenen Nähmaschine, lag ein Haufen duftender Tabak, rechts — ein Berg Zigarettenhülsen. „Siebenhundert Stück muß ich heute noch fertigkriegen“, sagte sie, flink mit Stopfholz und Schere hantierend. „Hier, diese ist nicht ganz gelungen . . . diese und diese auch nicht.“

Er nahm die Zigaretten entgegen und versah sich dabei in des Mädchens sehr volle Schultern und Brüste, denn das Hemd war ihr heruntergeglitten. Ihr großer Mund blieb geöffnet.

Der Bräutigam des Mädchens, ein elegant gekleideter Maurer ohne Hemdkragen, mit roten Bartstoppeln, trat ein, sah auf seine halbnackte Braut, auf Oldshatterhand und stand, mit dem Blick fensterwärts. Er war ärgerlich.

Das Mädchen arbeitete emsig weiter. „Wie viel?“