Schlachtstand an Schlachtstand. Blutdampf erfüllte die Halle. Schreien, Fluchen, Rindergebrüll, hastende Metzger, welche Häute, Gedärme, tote Kälber schleppten.
„Ich möchte frisches Ochsenblut“, sagte Oldshatterhand zu einem jungen Metzgerburschen, und sah ihm noch fragend und fremd ins blutverschmierte Gesicht, als er die Kriechende Schlange schon erkannt hatte. „. . . Bist du jetzt Metzger?“
„Nein, Büffeljäger!“ brüllte die kraftstrotzende Kriechende Schlange und hieb sein Messer in einen Ochsenschenkel.
Verwirrt sah sich Oldshatterhand in der dampfenden Schlachthalle um, blöde auf die Kriechende Schlange zurück.
„Was schaust denn wie die Kuh wenn’s donnert!“
„. . . Blut soll ich holen.“
„Kannst ’n Faß voll hab!“
Die Kriechende Schlange und drei Metzgerburschen, Blutkörperchen in den verschwitzten Gesichtern, die Hemdärmel bis zu den Schultern aufgekrempelt, fesselten flink wie Teufel den Ochsen.
Die Schußvorrichtung über die Stirn geschnallt, ein leichter Schlag darauf mit dem Hammer, ein schwacher Laut, wie wenn ein Stein ins Wasser klatscht — der Ochse stand — schneller als ein Gedanke brach er zusammen. Die Kugel war ihm durchs Hirn gejagt, hinein in den Körper, durch das Herz.
Die Knie auf den Kopf, das Messer bis zum Heft in den Hals, ein Rißschnitt, und das Blut brach dick wie ein junger Baumstamm aus, überschwemmte den Schlachtstand, floß durch die Rinnen ab in den Kanal, durch den Kanal in den Main, wo Angler neben Angler steht und die Fische aus dem blutgefärbten Wasser schnellen.