„A . . . A . . . A . . . Augen!“ rief die Kriechende Schlange lachend, warf sich die blutrünstige Ochsenhaut über die Schulter und ließ Oldshatterhand stehen. Die Metzger schlugen sich auf die Schenkel vor Vergnügen.
Der zierliche Schächter war schon zum nächsten Ochsen gegangen, der für ihn bereit lag.
Ein kleines, weiß gekleidetes Mädchen, mit einem Lämmchen aus Holz im Arm, trippelte zwischen den hastenden Metzgerburschen durch zu seinem Vater, dem Schächter. Der strich ihm übers Haar, küßte sein Kind, drehte es um und schob es weg.
Oldshatterhand drückte sich zur Seite; schwankende Ochsen mit angststierenden, wissenden Augen wurden hereingeführt, hereingezogen, brüllten dumpfklagend — nicht laut —, die schäumenden Mäuler in die Höhe gereckt.
Hinein in den Schlachtstand, gefesselt — drei Minuten später hingen sie ausgenommen, abgehäutet, die Stümpfe von sich streckend, die blauen Zungen bläkend, in der Reihe neben den anderen.
Oldshatterhand floh durch den Blutdampf hinaus — da schien die Sonne. Die Spatzen flatterten und schrien.
Er blieb stehen. Und dachte zurück — wie oft er am Schlachthaus vorbeigegangen war, Tiergebrüll gehört hatte, Metzgerwagen voll blutiger Schweine herausfahren und Ochsen hineinbringen gesehen hatte. Große Schafherden, zusammengedrängt. „Man geht vorüber.“
Er begann zu rennen, durch die verschneiten Anlagen, blieb stehen, den unbeschreiblichen Ton des Verröchelns im Ohr, und schmetterte plötzlich die Blutgläser in den Schnee. Gierig fraß der Schnee das Blut. Es sah aus, als wäre hier ein Mensch ermordet worden.
Die Hände in den Rocktaschen, die Schultern hochgezogen, ging er zurück ins Laboratorium. „Ich bringe kein Blut.“
„Ich muß aber Blut haben.“