Er gab ihr das Geldstück.
Sie legte sich auf die Ottomane, stellte ein Bein auf und winkte ihn zu sich.
Langsam ging er zu ihr hin, sah auf sie hinunter.
Und als sie ihn angriff, mußte sie lachen. „Greife halt her . . . Komm, greif her.“ Sie nahm seine Hand und zog sie zu ihrem Körper . . . mußte noch öfter lachen, tätschelte ihm die Wange und sagte endlich: „Da mußt du halt wieder fortgehen. Hast halt zu viel getrunken.“
Siebentes Kapitel
Benommen, der Amerikaner, war zurückgekommen. Ohne seine Familie vorher benachrichtigt zu haben.
Vorgebeugt saß er auf dem Stuhl vor der Witwe Benommen und ließ die langen, dürren Arme und Hände zwischen seinen Beinen baumeln.
Als seine Mutter ihn fragte, warum er nicht vorher geschrieben habe, sagte er apathisch: „Ich hatte keine Briefmarke.“ Und rief plötzlich in unbegreiflicher Begeisterung: „Was denkst du! Das ist anders, da draußen in der Welt!“
Ganz abgerissen saß er vor der Mutter. Der Kohlenstaub lag noch auf seinem armseligen Anzug. Er hatte die Heimreise im Hochsommer als Hilfsheizer im Schiffsbauch mitgemacht. Und das schien ihn vollends zerstört zu haben. Blickte er einen an, wobei er die Kaumuskeln bewegte und die dünnen Lippen zusammenpreßte, dann konnte man die Entbehrungen seines langjährigen Aufenthaltes in Amerika von seinem völlig zerfallenen Gesicht deutlich ablesen.
Nie hatte er in seinem Fach als Ingenieur Stellung finden können. Als Schiffsauslader, Gelegenheitsarbeiter, Zeitungsverkäufer und zuletzt als Bäckergehilfe hatte er sich durchgeschlagen.