„Wiesooooo?“ erwiderte er traurig singend.
„Du lügst einfach!“
Da blickte Grünwiesler Oldshatterhand fest in die Augen. „Wenn du’s wissen willst . . . Immermann hat sogar nur Gutes über dich geschrieben . . . Schenk mir noch einen Tee ein!“ rief er kameradschaftlich. „Den hast du fein gemacht.“
Oldshatterhand schob die Teekanne Grünwiesler hin. „Ich kenn den Immermann schon . . . Der will unter uns der Erste sein . . . Der Hauptmann . . . Eifersüchtig ist er auf mich, weil du nicht mit ihm bist und ich nicht nach seiner Pfeife tanze . . . Aber dem werd ich’s noch zeigen, wer mehr ist. Ich werde der Größte von allen!“
„Also, jetzt sind wir wieder gut miteinander“, sagte Grünwiesler fröhlich und streckte Oldshatterhand die Rechte hin. „Singen wir jetzt ein Lied?“
Sie sangen zweistimmig. Und am Schluß sagte Grünwiesler: „Zu dem Lied malt Immermann eine Bilderserie. Zu jeder Strophe ein Bild. Die werden sicher wunderbar . . . So ein Tee ist halt doch was Feines.“ Er sah Oldshatterhand in die Augen.
Als sie schon am Boden auf den Matratzen lagen, dachte Oldshatterhand in steigender Begeisterung seinen zukünftigen Ruhm herbei. „Was Immermann malt, das ist nichts. Man muß groß werden. Wie . . . Grünewald! Sonst hat’s keinen Sinn.“
„Mnja“, sagte Grünwiesler im Halbschlaf.
„Du glaubst’s nicht? Ich werde alles haben“, rief er frohlockend. „Alle werden zu mir kommen.“ Und als er die tiefen Atemzüge des Schlafenden hörte, dachte er allein weiter.
Franziskus Grünwiesler und Oldshatterhand waren von früh bis nacht durch den Spessart gewandert und noch einen ganzen Tag lang, in der Richtung nach Würzburg.