Konrad Drauer schnitt die Spitze einer schwarzen Zigarre ab und faßte die Rote Wolke am Rockknopf. „Sie sind zu klein für die Bühne. Viel zu klein.“
Der Mund stand offen, rund und schwarz.
„Aber Sie sind Gärtner. Wieviel verdienen Sie denn als Gärtner?“
„Meine Tante hat eine Gärtnerei und ein kleines Häuschen, das ich einmal erben soll.“
„Erben Sie! Erben Sie, mein Lieber! Glauben Sie mir, das ist ausgezeichnet . . . Sie sind Gärtner. Bleiben Sie Gärtner. Sie haben Ihr Auskommen. Hunderte Schauspieler, Tausende! hungern, verkommen. Es ist ein Elend . . . Aber jetzt muß ich gehen. Ich bin zum Dejeuner eingeladen. Grüß Sie Gott, Herr Kletterer. Keine Zeit mehr. Grüß Gott.“
Die Rote Wolke wanderte zurück durch den Schnee, zog die Uhr. Und begann zu rennen. In zwanzig Minuten ging ein Zug ab nach Würzburg. Es regnete stärker, mit Frühjahrshagel vermischt.
Er rannte durch die Regenseen der Kauffingerstraße, daß der Schneeschmutz spritzte, und konnte gerade noch ins Coupé steigen, worauf der Zug sich in Bewegung setzte. Und die Rote Wolke wußte nicht, ob der salzige Geschmack auf der Zunge vom Regen, vom Schweiß oder von Tränen kam.
Neuntes Kapitel
Oldshatterhand und der Fremde standen in der Höhe auf dem Kirchplatz von Basel und sahen hinunter auf die Stadt und den Rhein.
Ein langer, schmaler Schelch mit dem Schiffer schoß sehr schnell, vom schmutzig-gelben Hochwasser stark abgetrieben, über den reißenden Strom.