„Aber Sie haben doch die Equipage vom Herrn Hofschauspieler vor dem Hause stehen sehen. Er kann jetzt keinen Besuch empfangen. Hat keine Zeit.“
„Soooo . . . Hofschauspieler ist der große Künstler . . . Ich bin extra von Würzburg mit hierhergefahren. Es ist eine Entscheidung fürs ganze Leben.“ Er hob die Arme.
Der Diener lächelte, kam gleich wieder zurück und ließ die Rote Wolke eintreten.
„Herr Hofschauspieler, mein Name ist Theobald Kletterer. Theobald Kletterer aus Würzburg.“
„Ja, und?“ Konrad Drauer stand in den Frack eingezwängt, hob die Augenbrauen und sah auf die Uhr.
„Die Schauspielkunst ist eine göttliche Kunst. Sie gottbegnadeter Künstler dürfen ihr dienen. Der göttlichsten Muse . . .“
„Sie sind Gärtner? Nicht wahr?“
„Ja . . . Ich will Ihnen den Faustmonolog vorsprechen, Herr Hofschauspieler. Sie sollen mir sagen, ob man es besser machen kann als ich.“ Hingegeben stieß er die Arme nach rückwärts und begann.
„Halt! Sind Sie aus Bamberg? Dort war ich auch einmal . . . vor fünfunddreißig Jahren. Sie sprechen genau so wie der Bürgermeister von Bamberg.“
Die Rote Wolke ließ die Arme sinken. „Ich bin aus Würzburg.“ Und begann von neuem.