Der Fremde setzte sich beim Eingang an die Stirnseite des langen Tisches. Hinter ihm war die Bäckereiauslage, mit Brotlaiben, übriggebliebenen Semmeln und vertrocknetem Zwetschgenkuchen, von Fliegen belagert. Außer ihm saß niemand am Tisch.

Die Räuber hatten den Fremden nicht erkannt. Auch die junge Wirtin erkannte ihn nicht, als sie ihm Wein brachte. Sie war mit dem dritten Kinde in der Hoffnung.

„Herrgott! Else! wieder ein Glas!“ rief der bleiche Kapitän der blonden Kellnerin zu, der ein Weinglas aus der Hand gefallen war. Sie lächelte immer und hatte verklebte Augen. „No, jetzt bin ich aber doch g’spannt . . . Solo!“ schloß er, stülpte die Lippen nach außen und fingerte den Kartenfächer in seiner Hand zurecht.

Eine graue Katze schritt ziehend durchs Lokal, streckte sich und sprang auf den Stuhl neben dem Fremden.

„Das wird mir aber auch noch ein Solo sein“, sagte der Schreiber, zog die Brauen in die Höhe, holte den ersten Stich. „Und Trumpf!“ rief er und lächelte sicher.

Die Räuber drückten unter großer Spannung leise die Karten auf den Tisch. Der bleiche Kapitän gewann, ließ seine Stiche in der Mitte liegen; die Karten flogen immer schneller. „Das hamm wir jetzt g’sehn, was das für ein Solo war“, sagte er zufrieden und sammelte das gewonnene Geld in sein Tellerchen.

„No, Else, wo hast denn dei Auge!“ rief er und wies auf den Fremden. Die Kellnerin füllte das Glas.

„Else, wir trinken auch noch eins“, sagte der Schreiber und legte den Arm um die Taille der Kellnerin. „Ein saubers Mädle bist.“

Die Witwe Benommen trat ein, mit ihrem Enkel auf dem Arm.

„Pssss, wssss“, machte der Fremde leise zur Katze.