Sie wanken und fliehn
Geschwind, wie der Sturm und Wind“,
sangen die Räuber. Der Matrose sang nicht mit. Er trank. „Wa . . . Wa . . . Wa . . . Wein her!“
„Ich hätt e feins Tröpfle. Erinnert ihr euch noch, wie wir damals Traube g’stohle ham, im königliche Weinberg? Das war Anno . . . 1899. Ich hab no a paar Fläschli vom selbige Jahrgang aus die königliche Weinberg in mein Keller.“
„Den mußt aber spendier“, sagte der Schreiber. „No, allemal!“ riefen alle Räuber.
„Ja, paßt auf“, wehrte sich der bleiche Kapitän lachend, „der is teuer. Wo käm ich denn da hin.“
„Pr . . . Pr . . . Pr . . . Prost, Oldshatterhand!“ brüllte der Matrose dem Fremden zu. „Haargott, is der besoffen!“ riefen die lachenden Räuber.
„Bringen Sie von dem 1899er herauf, was Sie davon im Keller haben“, sagte plötzlich der Fremde und lächelte.
Die Lippen nach außen gestülpt, schenkte der bleiche Kapitän vorsichtig den Wein aus den verstaubten Bocksbeuteln in die Kelche. Alle standen auf. Auch der Matrose lehnte schief an der Wand.
„Aber also und, Donnerschlag!“ Die tiefe Falte verschwand. Der König der Luft hatte gelächelt. „Das is e Weinle!“