Herr Mager freute sich. Er hatte für Beleuchtung gestimmt. Er war für den Fortschritt.

Ein Fischer mit violett angelaufener Stülpnase und rotem Schnurrbart, der erst bei den Mundwinkeln begann und zwei buschigen Eichhornschwänzchen glich, stand vor dem „Spitäle“ und ein alter Polizeiwachtmeister mit kurzen Säbelbeinen.

„A richtje Uhr muß beleucht sei! Das sag i!“ rief der Fischer und schnitt mit einer Handbewegung jede Erwiderung ab. „Was nützt uns denn a ubeleuchte Uhr! Bei der Nacht sin alle Menschen schwarz . . . Jau, so a Gaudi, zwä Jahre brauche sie dazu.“ Er steckte die Hände in seine gestrickte, blaue Wolljacke, wandte sich weg und sah, die Unterlippe grimmig vorgeschoben, den Brückenberg hinauf.

Auf die Kirche zu kam mühsam atmend ein großmächtiger Pfarrer, dessen ausgeprägte Rückenverlängerung sich stark hin und her bewegte, denn er hatte Plattfüße. Ein kleines Mädchen sprang zu ihm hin: „Gelobt sei Jesus Christus“, knickste und gab ihm die Hand.

„In Ewigkeit. Amen.“ Der Pfarrer schlug das Kreuz und hielt Herrn Mager seine Horndose hin. Herr Mager nahm eine Prise, tat, als schnupfe er, und ließ den Tabak in seine Tasche fallen.

„Gestern nacht ham mir die Sakramentslumpe an dreipfündige Hecht aus mein neue Sandschiff g’stohle, mitsamt’n Blechkaste“, rief der rote Fischer. „Wenn i so ’n Malefizhamml erwisch, dem dreh i . . . rrracks! die Gurgl um.“ Er hielt dem Wachtmeister die Faust unter die Nase. Die Adern an seinem Halse schwollen.

Das silberne Klingeln der Ministranten tönte aus der Kirche. Herr Mager beugte das Knie und hob erbleichend die Arme, taumelte gegen die Kirchenmauer: ein durchgegangenes Pferd war auf ihn zu galoppiert, stieg vor ihm in die Höhe und raste den Brückenberg hinauf.

Der Wachtmeister riß die Waffe heraus und rannte, den Säbel hocherhoben, dem Pferde in großem Abstand über die Brücke nach.

Eine graue Dogge mit heraushängender Zunge überholte ihn und sprang freudig bellend am Pferde empor, das hinter einem hochbeladenen Heuwagen stehen geblieben war und Heu herauszupfte. Dogge und Pferd gehörten einem Besitzer.

Bürger umringten den erhitzten Polizeiwachtmeister. Der Heuwagenkutscher trat auch hinzu, tätschelte dem durchgegangenen Pferde den Hals. Es hob den Schwanz — die Bürger traten zurück. Und wieder zusammen.