Die Dogge umraste den Heuwagen und die Bürger, die das heufressende Pferd umstanden und ihre Pfeifen stopften. Man unterhielt sich weiter.
Drei Brückenheilige entfernt stand ein Knabe, das Gesicht zum Himmel gerichtet, ließ eine Leberwurst in den Mund gleiten und zog die leere Haut langsam wieder heraus in die Höhe.
Ein kleiner Student, die grüne Mütze im Nacken, schritt mit winzigen Schrittchen sehr schnell an ihm vorbei und blickte streng aufwärts zur Festung, deren viele Fenster glühten, vom letzten Sonnenschein getroffen, als müßten unvermittelt die Flammen heraus in den abendlichen Himmel schlagen.
Erschrocken, als habe er unverhofft Sägemehl anstatt Wurstfülle in den Mund bekommen, standen die Kinnbacken des Knaben still. Voller Grauen starrte er auf seine zweite Leberwurst, trat hinter den heiligen Kilian und steckte den Finger in den Mund. Befriedigt blickte er auf den Mageninhalt.
Die über seinem Zeigefinger hängende zweite Leberwurst wie eine gefährliche Giftschlange vor sich hertragend, ging er langsam weiter, den Knaben entgegen, die vor Herrn Mager geflüchtet waren.
„Winnetou, da kommt der Duckmäuser mit einer Leberwurst“, sagte einer der Knaben, und sein Mund blieb offen, rund und schwarz wie ein Mauseloch.
„Wo denn, Rote Wolke? Wo denn?“
„Dort, beim heiligen Kilian.“
„Laßt ihn, der bildet sich sonst noch ein, wir verkehrten mit ihm.“
„Wenn er doch eine Wurst hat.“