„Bei euch in Berlin scheine die Fisch für gewöhnli zu stinke“, meinte der Fischer.
„Kolossaler Irrtum! Berlin steht in hygienischer Hinsicht tadellos da. Größter Seifenverbrauch usw.“
„No, was wolle Sie denn dann. Glaube Sie, wir wisse nit, was Säfe is? Säfe könne Sie bei uns in jedn Kolonialwarelädele käff.“
Der Glasermeister Johann Jakob Streberle kam, ein noch sehr junger Mann, der erst kürzlich von seinem verstorbenen Vater die Glaserei geerbt hatte, und setzte sich an den Tisch dazu. Der Schnauz kläffte ihn wütend an. „Was hat denn der Verrecker“, rief Johann Jakob Streberle und lachte, wobei „zs-zs“-Laute ertönten und Speichel zwischen seinen glänzenden Zahnreihen durchspritzte, denn er hielt sie beim Lachen geschlossen. „Da, schau sie an, die Lausbube. Wie wir so klein warn, sin wir schö derhem gebliebe. Nit amal ’s Geld hätte mir g’habt. Besuffe sin sie a no.“
Der Wirt trommelte nervös auf der Tischplatte.
„No, was mi angeht“, antwortete der Fischer, „i hab’s grad so gemacht . . . Laßt sie doch sauf. Ihr Alter wird ne scho ’n Arsch aushaue, wenn’s nöti is. — I glaub als, dir hockt er halt wieder, Streberle, weil’s mit der Brautschau Wasser war.“
„No, allemal!“ rief der Schreiber.
„O Gott, Brautschau! Mädli, Mädli mit Geld krieg i, so viel i will“, sagte der Glasermeister speichelspritzend.
Die Räuber verhielten sich ganz still. Ihre Wangen waren gerötet: der Schreiber hatte einen Liter Most bezahlt. Oldshatterhand klimperte leise auf der Gitarre. „Doch! Jetzt singen wir“, flüsterte er. „Hopp!“
„Gretl, noch ein Maß“, sagte der Schreiber. Sein Gesicht glühte.