Die Wirtin sah den Fischer an. Die beiden hatten ein offen eingestandenes Verhältnis miteinander; auch der rasch alt gewordene Wirt wußte es, konnte aber nichts dagegen ausrichten.

Plötzlich riß der kleine Mann das Hundefell an sich und rannte aufheulend hinaus. Der Fischer sah ihm verblüfft nach, wandte sich um und rief erstaunt: „Was denn?“ Die Wirtin klappte befriedigt ein Messer auf den Schanktisch.

Johann Jakob Streberle sah in den Tanzsaal, wo die erhitzten Paare umherwandelten und sich mit Taschentüchern Wind machten. Er trat ein paar Schritte auf die Wirtstochter zu, die lächelnd an ihm vorbei im Saal herumging und wieder eine Stearinkerze zerschnitt. Der Boden glänzte schon.

Das schöne, kleine Waisenmädchen saß neben dem Sachsen und nippte von einem grünen Likör, worauf jedesmal ihre Zungenspitze erschien und die Lippen entlang leckte. Fragend sah sie zu ihrem Beschützer auf, der seinen aschblonden Bart wagerecht nach vorne zog und dabei lächelnd auf das Mädchen hinunterblickte.

An einem Tisch saß allein ein Gymnasiast mit vielen Pickeln im Gesicht, aus dem die starke Nase fast wagerecht vorschoß, und sah verlangend in den Tanzsaal hinein. Immer, wenn er wieder seine goldene Uhr hervorzog, wurden die Räuber still und blickten lüstern auf die Uhr.

Die zweite Schwester der Kriechenden Schlange, ein vierzehnjähriges Mädchen, schon mit dem Ansatz zu einem weichen Busen, Sommersprossen auf der zarten Haut, ging quer durch die Wirtsstube und zur Tür hinaus.

Die Kriechende Schlange trat zu den Räubern und flüsterte: „Geht mit naus . . . Wir machen was mit meiner Schwester.“

„Ich geh nit mit“, sagte Oldshatterhand sofort. Der bleiche Kapitän und die Rote Wolke sahen verständnislos drein.

„Also, ich geh mit“, sagte der Schreiber, zwängte sich zwischen Tisch und Kanapee durch und ging mit der Kriechenden Schlange hinaus in den Garten.

„Was machen denn die mit seiner Schwester?“ fragte der bleiche Kapitän Oldshatterhand.