„. . . Es ist wirklich so, wie ich g’sagt hab.“
„Das häst gleich sag müss . . . Heimlichs Geld! . . . Ich tät mich schäm.“
„Aber du mach dich dünn jetzt“, zischte Oldshatterhand wütend.
Der Gymnasiast hatte sein schwarzes Schildmützchen schon gepackt und schlich zur Tür hinaus.
Die Räuber machten sich sofort an die Verfolgung.
Jedoch der Gymnasiast hatte einen Vorsprung, Angst und lange Beine.
Am Wachtmeister vorbei jagten die Räuber der fliehenden, dunklen Gestalt nach, über die alte Brücke, durch krumme Gassen, aber stets im selben Abstand. Der Gymnasiast schien zu fliegen. In der Büttnersgasse prallte er wider seine Haustür, daß er in die Knie sank, sprang die Treppe hinauf und streckte den Räubern aus dem erleuchteten Fenster des ersten Stockes schon die Zunge lang heraus, als sie unten vor dem Hause erst ankamen.
Der Himbeerapfel schwirrte durch die Luft und schien dem Gymnasiasten direkt in den Mund geflogen zu sein; denn noch einen Augenblick war der Apfel auf dem Gesicht zu sehen und die in maßlosem Schrecken aufgerissenen Augen. Der Kopf verschwand, die Räuber hörten einen dumpfen Fall und das Klirren von zerbrechendem Glas. Dann war es still.
Ein paar Stunden später kletterten die Räuber, da das Haustor schon versperrt, aber im Wirtschaftszimmer der „Schönen Mainaussicht“ noch Licht war, an der Mauer hinauf, schlichen durch den dunklen Garten und sahen, als sie durchs Fenster spähten, den Fischer mit der Wirtin zusammen auf dem Kanapee. Oldshatterhand schrak entsetzt zurück und flüsterte voller Grauen: „Fort! Fort! Ich geh fort.“
Plötzlich schlüpfte die Kriechende Schlange unterm Kanapee vor und deutete boshaft auf die beiden.