Die Augen der Mitschüler standen weit offen und glänzten. Das kleine Gesicht des Herrn Mager war jetzt schon weinrot.
Seidel konnte den sich wütend wehrenden Schreiber nicht allein bändigen. „Wer meldet sich?“ rief Herr Mager.
Vier sprangen zum Stuhl. Der Duckmäuser war zusammengezuckt, jedoch sitzen geblieben.
Speichel lief dem Schreiber zum Munde heraus. Wie in höchstem Entzücken brüllte er in allen Tonlagen: „Ah! Ah! Ah! Ah!“ und schleuderte die Beine derart umher, daß Herr Mager sich mit dem Rohrstock auf den Handrücken traf. Voller Wut schrie er: „Michael Vierkant! Raus! Halte ihn!“
Oldshatterhand rührte sich nicht.
Herr Mager stürzte sich auf ihn und stieß ihn bis zum Stuhl. „Halte ihn!“
Er rührte sich nicht. Plötzlich sagte er leise: „Herr Lehrer . . . ich halte ihn nicht.“ Und selbst seine Lippen waren weiß geworden.
Verblüfft stierte Herr Mager Oldshatterhand an und hieb ihm plötzlich mit dem Rohrstock quer über das Gesicht, immerzu. Nicht die Hand hob Oldshatterhand zur Abwehr. Nebel vor den Augen, brach er zusammen, stand gleich wieder auf und ging ganz langsam zurück zur Bank. Auf seinem Gesicht schwollen die blutunterlaufenen Striemen.
„Hans Lux! Raus!“
Die tiefe Falte war da. Sein Hals schoß wagerecht vor. Die vier Helfer standen bereit. Der König der Luft faßte den Stuhl bei der Lehne, rückte ihn umständlich zurecht, visierte, legte sich darüber, rutschte eine Weile hin und her, bis er in die richtige Lage gekommen war, und nahm die Prügel entgegen.