Der Priester trat ein.
Der Dichter stürzte auf ihn zu, in die Kniee. Die gefalteten Hände vor der Brust verkrampft, sagte er: „Helfen.“
Der Priester sagte: „Der liebe Gott. Er hilft“, und kniete auch nieder.
Schweigend und unbeweglich knieten sie einander gegenüber, daß ihre gefalteten Hände sich berührten.
„Was denn?“ fragte der Dichter irr.
„Der liebe Gott.“
„Gott? . . . weg!“ brüllte er. „Keine Zeit! Keine Zeit! . . . Helfen! . . . Hn?“ Und sprang auf. Regungslos sah er zur Wand, ohne etwas zu sehen, hatte die Empfindung, als überzogen sich seine Augen mit einem milchigen Häutchen. Und blickte nach innen. Sah eine hügelige Flußlandschaft: es ist Sommer, früheste Morgendämmerung. Dämpfe steigen vom Wasser auf, von den Wiesen. Ein Floß gleitet langsam flußabwärts. Der Flößer, nur in Hose und Hemd, mit breiter, vorgewölbter Brust, läßt den Fahrbaum ins Wasser gleiten und geht, Brust gegen ihn gestemmt, ein paar Schritte mit. Bis er hochgehoben wird und, mit der Brust auf der Fahrbaumkrücke liegend, frei in der Luft schwebt. Dabei singt er laut in den erwachenden Morgen hinein.
Der Dichter blickte auf das Bild aus seiner Jugend. Plötzlich sang er schallend das Flößerlied:
„Der Fluß ist meine Eisenbahn,
Die Stämme das Kupee.