Des Dichters Augen sahen in der Ferne die Kammer.

„Aussöhnen — und anstatt dessen ermorden? Das müssen Sie mir erklären.“

„Das zu erklären . . . ist kompliziert. Dazu fehlen die Voraussetzungen.“

„Mir, wie?“

Der Dichter zuckte bedauernd die Schultern und schwieg.

Und der Richter tauchte die Feder wütend ins Tintenfaß. Dabei lächelte er.

„Zu allem kam auch noch das Entsetzliche mit dem Schulknaben“, begann der Dichter von selbst. „Ich mußte mit ansehen, wie die gleiche Ursache meines Elends dem Knaben ins Gehirn geschleudert wurde. Da empfand ich, daß der Lehrer ein Repräsentant der Seelenzerstörer war . . . und mein Haß erwürgte ihn.“

„Erwürgte ihn“, schrieb der Richter auf. „Und dann, dann nahmen Sie den Hundertmarkschein.“

„Dann, ja, dann nahm ich den Schein.“

„Na, sehen Sie.“ ‚Nach der Tat nahm ich den Schein‘, schrieb er auf. „Nicht wahr? . . . Also, um das Geld zu bekommen, geschah die Sache . . . Reue und Aufrichtigkeit kann Ihnen nur nützen. Was Sie mir sagen, ist ja auch noch nicht absolut verbindlich für Sie . . . Und dann wollten Sie natürlich so schnell wie möglich fliehen.“