„Dann bin ich verloren.“

„Ja, da Sie im Traum den Lehrer . . . noch einmal umbrachten, sind Sie natürlich verloren; denn daran bemerkt auch der Vorsitzende, daß das Böse in Ihnen ist . . . Gegen das Böse können Sie gar nichts tun. Ihr wirklicher Wille hat sich neben meinem Hause eine Villa gebaut. Und Sie grüßt er nicht einmal mehr. Seine Frau hat ein weißes Gesicht und dunkle Augen. Das Schlafzimmer . . . schön beleuchtet.“

„Und ich werde hingerichtet?“ schrie der Dichter und fuhr aus dem Schlafe, denn die Zellentür öffnete sich.

Der Wärter ließ den Einäugigen eintreten und blieb an der Tür stehen.

Der Dichter sprang auf von der Pritsche. Traumschnell war er in die Wirklichkeit zurückgekehrt, sah den Einäugigen an und dachte ganz langsam: Judas Ischariot kommt zu mir? . . . Verstanden und doch verraten! „Sind Sie schon länger da?“ fragte er mißtrauisch.

Und der Einäugige senkte den Blick. „Nein, ich bin eben erst gekommen“, sagte er und dachte — er vergleicht mich mit Judas Ischariot.

Tagelang hatte er sich eingeschlossen, um darüber klar werden zu können, weshalb er den Drang nicht zu überwinden vermochte, den mit seiner Hilfe zum Tode verurteilten Menschen in der Zelle zu besuchen.

Auch jetzt, da er bedrückt vor dem Dichter stand, hätte er noch nicht sagen können, weshalb er gekommen war.

„Habe ich Ihnen meinen Traum nicht erzählt? . . . Ich habe eben im Traum den Lehrer noch einmal umgebracht . . . Was ist das? In Wirklichkeit würde ich es doch nicht tun. Auch damals habe nicht ich es getan. Der Dämon führte die Hände. Ich bin unschuldig . . . Ihr ermordet mich!“

Der hat sich diese Theorie nicht angeeignet, um sich durch sie zu retten, dachte der Einäugige. Der Psychologieprofessor hat unrecht.