Bei Gold und Wein.
Das edle Weib ist edler als der Mann,
Es kann mit Lust, was Er mit Schmerzen kann.
Chor:
Huzza dem Weib! das selbst voll höchster Ehre
Den Mann noch stählt! den Weibern baut Altäre!
Der letzte Vers verscholl im Winde. Im Chor stockte allen auf einmal die Stimme. Sie beugten sich vor; sie starrten einer Entscheidung entgegen; sie wichen zurück; sie erhoben die Hände, dann stürzten sie plötzlich alle auf Einen hinzu, der vor ihnen, mit dem Hut in der Hand, stehen geblieben war; sie umarmten ihn, sie erdrückten ihn fast und riefen mit Jubel: „Rheingraf! Gott! Rheingraf! Rheingraf, Du bist es leibhaftig!“
Wir eilten vom Altan in den Garten hinunter. Er war es: Wir erfuhren mit kurzen, alles aufklärenden Worten: Er war auf dem Schiff krank geworden. Der Arzt hatte gerathen, ihn auf Helgoland auszusetzen. Das Schiff war darauf mit Mann und Maus selbst untergegangen. Er hatte lange Monde ohne eine Besinnung gelegen. Dann hatte er unrichtige Adressen gemacht. Bis er hergestellt, sich besonnen heimzureisen. Als er unterwegs gehört: er sei gestorben, war er zuvor hier bei mir eingekehrt, um seine Afanasia, Schwestern und Vater vorzubereiten. Mein Pastor schiffte sogleich ab; bald ein Kahn voll neubeselter Freier hinter ihm drein. Auch ich und Brigitte. Und im Niebelungenliede würde von uns gestanden haben:
Hei da war irdische Freude, wie im Himmel nicht sein kann,
Bei so viel edlen Schwestern, bei Weibe und bei Mann!