Und als Irmengard darauf ein Kind geboren, und entzückt es vor sich in die Höhe gehalten, da war vor Erschütterung der Seele die Sprache ihr wieder in die Brust geschossen. Sie hatte laut geschrien — aber die Erinnerung hatte sie überwältigt und todt zurückgestürzt.
Sie ward an ihres geistigen Mannes, des guten Raimund’s Seite begraben — und einst ihr leiblicher Mann an ihrer Seite.
Das kleine neugeborene, wunderliebliche Kind ließ sich die alles vergeblich gewesene Jungfrau, Gattin und Witwe, die arme Isidore, nicht nehmen. Sie ward ihm Mutter, und es ward dafür ihr Trost und ihre Freude. Ihr Schönstes und Bestes müssen ja immer die Menschen sich träumen.
„Der Phantasie gehört der Mensch, das Kind!“
Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig.
Fußnoten
[1)] Friedrich I. [2)] Sicardi Chronicon. [3)] Wirklich geschah die Weberschlacht und die Belagerung nicht lange nachher. [4)] Matthias Paris. [5)] Chronicon Sicardi. [6)] Genauer aus dem Dorfe „Cloies“ an der Loire. Matthias Paris nennt ihn einen Knaben, aufgeregt durch Teufelsvorsorge, des Feindes des Menschengeschlechts, an Alter einen wirklichen Knaben, aber an Sitten pervilis. [7)] Chronik des Johannes Iperius. [8)] „Spiritu deceptionis arrepti“, sagt Roger Bacon, „currebant post quendam malignum puerum.“ [9)] H. Chronik: Coenobii Mortui maris. I. c. [10)] Thomas Champré, Ap., II., 39. [11)] Innocent III. in Adhortat. [12)] Im Oratorio des kaum vergleichlich guten Kinderwohlthäters, Philippo Neri zu Rom, finden noch jetzt alle Advente Abends bei Licht rührende Predigten eines Kindes vor Kindern statt. Es kann nichts Holderes geben. [13)] Laut Godofred. Mon. I. c. [14)] Chronik des Bischofs Sicard, und der Mönch Gottfried. [15)] Albericus. [16)] Albericus. [17)] Ogerii annales Genuenses. [18)] Desgleichen Ogerii annales etc. [19)] Petri Bizari Senat. Popul. Gen. Histor. [20)] Chronicon Senoniensi. [21)] Vincenz von Beauvais. [22)] Fragm. apud Urstis: „Quia plurimae etc.“ [23)] Bower. [24)] Das Recht, ein Frauenzimmer dem Tode so wegzuheirathen, welches wol darauf beruhte, ungerechte und zu harte Urtheile so zu kassiren, schrieb aber gegen Misbrauch auch diesen Gebrauch als Gesetz wenigstens vor. Anmerkung der Frau „Historia“. [25)] Vincenz von Beauvais.
[Anmerkungen zur Transkription]
Fußnoten wurden am Ende des Buches gesammelt.
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- ... Geistlichkeit überhaupt bei dem gälubigen ...
... Geistlichkeit überhaupt bei dem [gläubigen] ... - ... und Knaben betrug, hat sich bisjetzt durch Aufnahme ...
... und Knaben betrug, hat sich [bis jetzt] durch Aufnahme ... - ... von Raimund hatte ihn um Geld dazu gegebeten, ...
... von Raimund hatte ihn um Geld dazu [gebeten], ...