Da habt Ihr etwas für Eure Mühe, mein curioses Pathchen! lacht’ er. Nun leset es auf, aber laßt mir nichts liegen! So war es nicht gemeint! Ich meinte: mein Brot mit der Baßgeige wäre verdient, aber nicht das mit dem Schiffe! In dem Weberstuhl stecken noch mehr Brote als in hundert Backöfen — ja, ja! guckt nur hinein, curioses Pathchen, duftet das Brot nicht gar?
Christel war böse.
Nun danken will ich Euch schon, das ist billig für Euern guten Willen! da nehmt den Kindern die Schlinge Leinwand mit! Nun aber macht, daß Ihr fortkommt, sonst seh’ ich die Faden nicht! Und nun trat er wieder frisch und schlug und warf das Schiffchen, daß er keine Hand frei und ruhig hatte, die ihm Christel hätte drücken oder gar küssen können. Und als sie draußen war und noch ein Weilchen stand, sang der alte Mann sogar.
10.
So schnell war Christel das erste Mal nicht hinaufgeeilt, als dieß Mal. Sie dachte sich nur die Freude, die ihr Johannes haben würde, wenn er nach Hause käme. Als sie in die Stube trat, küßte sie die Kinder erst, die sich an sie hingen, alle nach der Reihe, und die Geküßten drängten sich wieder an sie, und sie glaubte in ihrer Freude, sie habe noch zwei und drei Mal so viel Kinder als sonst! Dann sah sie nach den Nummern an der Stubenthür — sie waren weg! sie lief hinzu — die Thür stand nur weit offen — sie waren noch da! Es waren richtig Nr. 96! und 15,000! die ein schwarzes Kreuz hatte. Darauf zählte sie das Geld weitläufig auf, daß der ganze Tisch davon voll ward.
Nun ging sie ans Fenster, um zu sehen, ob Johannes käme, und sahe nun erst den Leichenstein, den der Steinmetz gebracht und in die Stube gestellt, damit er vielleicht nicht draußen beschädigt werde, und las den vergoldeten Namen „Johannes“ und „Martha“ und das: Halt’ fest an Gottes Wort.
Wer hat denn bezahlt? fragte sie den Daniel.
Er hat ihn so gebracht, antwortete er und ward roth.
Du lügst! sagte die Mutter, sieh’, wie Du roth bist! Nun weine nur nicht, mein Kind. Wer hat denn bezahlt?
Mutter! bat Daniel.