Als Christel ihren Johannes hineintragen half, konnte sie ihm nicht in das blasse Gesicht sehen, sie blickte seitwärts, und ihr wehmüthiger Blick fiel gerade auf den bereitstehenden wie wartenden Leichenstein und den goldenen Namen: Johannes! — Sie schrie laut und brauchte nun selber Beistand.

Als sie wieder zu sich kam, setzte sie sich im Bette auf und sah sich um nach Johannes und horchte. Er war in guten Händen; er war schon verbunden und lag ruhig. Die gnädige Frau hatte den Arzt in das Haus gesandt, der zwar aus der Stadt war, aber sie selbst öfter und tagelang besuchen mußte.

Sie stand auf, sie kniete zu seinem Bett, sie weinte erst auf seine Hand und küßte ihn dann auf die kalte Stirn. Sie hatte vergessen, und wenn sie auch noch daran dachte, so konnte sie ihm nicht sagen: Johannes, sieh’ doch, da ist das Geld! sieh’ doch, da ist der Leichenstein! —

— Er schlief. —

11.

Am andern Morgen erwachte Johannes zeitig, so still auch die Kinder saßen und auf seine geöffneten Augen, sein erstes Wort harrten, so leise auch Christel auf Socken im Stübchen umher ging, und nur die nothwendigste Arbeit verrichtete. Aber er glaubte, er träume noch, oder er sei gestorben, da er den Denkstein sah.

Bist Du denn hier? Christel, fragte er.

Ist das Sophiechen, die hier zu meinen Füßen im Bette sitzt? Ja, das ist ja ein Bett, ich habe geschlafen. Er wollte sich wenden, vielleicht aufstehen, und fühlte dadurch erst seine Schmerzen.

Ja so! — jammerte er für sich. Es hat nicht eben Noth, ich vergaß mich nur; sagte er zu Christel. Wenn ich nur wüßte, wer geschossen hätte?

Laß das gut sein! und werde nur wieder bald gesund; sprach Christel weich und besorgt.