An der Stimme, und näher getreten nun auch im Scheine des Feuers, erkannte der Fremde jetzt Johannes, reicht’ ihm die Hand und sagte: Kennt Ihr mich noch!
Ihr seid wohl der Herr vom Kirchthurm, meinte Johannes.
Nicht allein der Herr vom Kirchthurm, sondern auch jetzt der Herr von Breitenthal! versetzte der Fremde lächelnd. Ich bin noch in Eurer großen Schuld! aber ich habe an Euch gedacht; ein kleines Schiff mit Sachen liegt für Euch schon befrachtet in Frankfurt bei mir auf dem Main; sobald der Fluß wieder aufgeht, kommt es für Euch, und Schiffchen und Alles ist Euer. Nehmt damit vor Willen; das macht Paschalis nicht ärmer.
Ihr habt ja gehört — ich bin nur nach Dorothee gefahren! Ihr sollt mir ja nicht danken, hat sie gesagt; das ist nicht nöthig; wiederholte Johannes.
Aber angenehm ist es, entgegnete Jener, und mir Bedürfniß, und, seh’ ich recht, auch Euch.
Da möcht’ es nur bald aufthauen! sagte Frau Redemehr.
Aber wo habt Ihr die Dorothee? fragte Paschalis.
Bester Herr, ließ Christel jetzt ihre Stimme vernehmen, fragen sie nicht nach der! Sie hat uns großes Herzeleid angethan. Weihnachten hat sie mir ein Kind beschert, das Gottliebchen, und niemand anders als eben auch sie hat es zu meinem Kummer mir wieder geraubt. Ich habe gehört, die gnädige Frau hat an ihrem Sterbebette Allen vergeben, auch dem gnädigen Gottlieb, und Dorothee hat vor Thränen sich nicht fassen können! Nun ist sie verschwunden, und wer weiß, wo wir Mutter und Kind noch finden, wenn der Schnee und das Eis vergangen.
Sie hat Dir ein Kind gebracht? fragte Johannes seine Christel verwundert.
Mir thut es leid um das saubere, trotzige Mädchen; sagte Paschalis. Wie man sich irren kann! Ich glaubte mich schon klug genug, beim ersten Anblick eines Menschen ihm sein Schicksal aus dem Gesicht zu lesen; wie er war, und wie er sein kann! Aber seid nicht in Sorgen um sie.