Da ließen die Arme der beiden unschuldigen Kinder sich los. Mein Kind war blaß, so viel ich sehen konnte, sie stand ein wenig vorgeneigt, mit gesenktem Antlitz, und hielt ihre linke Hand leicht über die Augen, ihre Lippen standen geöffnet, als wäre eine Rose plötzlich aufgeblüht.
. . . . Das habe ich nicht gewußt; — stammelte der Jüngling.
»Ich auch nicht! Aber Sie wissen es jetzt;« sprach der überraschte und überraschende Bräutigam.
Der Jüngling trat zurück. Die Braut ließ sanft und langsam ihre Hand von den Augen sinken, und ihre großen Augen sahen einen wunderbaren Augenblick nach mir zurück; dann sah sie vorwärts, sah nicht den Bräutigam an, der den gesenkten Arm anständig an den seinen nahm.
Und nun gingen wir — schweigend bis ganz in die Nähe des friedlichen Lagers. Da hörten wir singen, blieben betroffen stehen, und hörten nach rührender Weise in Moll ganz deutlich die Worte:
»Nun wandern wir mit Thränen aus,
Von Bergen und von Thal!
Die Erde ist ein großes Haus
Mit manchem Saal!
Du Sonne, kommst mit über’s Meer