Ach Gott! nur zu Weihnachten ein Schweinchen! schmunzelte eine Frau.
»— Schlachtet Ochsen! —«
Ach, der liebe Gott ist doch sehr gnädig da drüben über dem Wasser! Hier war es mit den Ochsen nicht recht richtig; stöhnte die alte Frau und sahe ganz jung aus vor Freude.
Aber, aber! sprach ein alter Mann: Ich habe Zeitlebens gearbeitet wie mein eigener Sclave, und habe Nichts, als diese Jacke auf dem Leibe, weil Arbeit uns hier nicht mehr nährt, Alles der bösen Nachbarn wegen, des Krieges wegen, der Schulden wegen, der Furcht wegen! Was wollte ich noch fragen? Ja! — Sind drüben gute Nachbarn? Sonst kehre ich heim.
»Das Weltmeer ist der schlimmste und beste Nachbar; übrigens ist dort kein Papst, kein Kaiser, kein König auf weit und breit. Friede und Brot!« sprach mein Schwiegersohn.
Friede und Brot! wiederholte der alte Mann; und drei alte Weiber sprachen nun wie die drei Eumeniden wieder im Chor: Mein Gott, wie bist Du doch gnädig da drüben über dem Wasser!
»Meine Söhne!« rief hier eine Mutter zu ihren vier Jünglingen. »Meine Söhne!« sprach eine andere Mutter zu ihren Sechsen. »Mein Sohn!« rief eine dritte Mutter.
»Ja, Euer seid Ihr dort!« sprach mein Schwiegersohn; »selber das ganze Land oder Reich, nämlich die souveraine Republik, ist dort Euer, und selber der Präsident, der bloß Euer Vorsitzer ist. Ohne Erbe ist kein Erbfolgekrieg; ohne Furcht vor dem Volke ist keine Unterdrückung, ohne Schulden sind keine Zinsen, ja, es ist die bitterste Wahrheit: in wenigen Jahren muß Jeder bei uns von der Regierung alle Jahre Etwas heraus bekommen an Gelde!«
Und die drei Eumeniden sprachen wieder: Mein Gott, wie bist Du doch gnädig da drüben über dem Wasser!
»Ihr habt Recht!« sprach er, »aber vergeßt nicht: blos Europa hat es dadrüben gut gemacht! Alles, was man hier im Geiste gesehn und gewünscht, das wird da drüben in Wahrheit; was man hier verwünscht hat, das bleibt hier begraben. Drum tretet dankbar und leise auf das heilige Grab und segnet es hier und noch drüben!«