Und es war wunderlich anzusehen, wie Einige leise und schonend auf dem heiligen Boden des Vaterlandes — des Mutterlandes der Freiheit — fort zu den Ihren schlichen. Mir quollen die Thränen in den Augen.
Herr Leuthold aber drückte meinem Schwiegersohn die Hand, daß er Deutschland gepriesen als die saure Rebe der süßen Traube. Das Lager der Auswanderer hatte den tiefsten Eindruck auf ihn und uns Alle gemacht. Und diese ihre erzwungene Muße, dieses große Müßigsein voll stiller Geduld und schönen Zutrauens war allerdings ein eigener Zustand der Menschen auf Erden, in deren Leben wir einen tiefen, düstern und erfreulichen Blick thaten. Diese hier sangen, andre wuschen die Kinder, noch andre aßen, alles in herzlicher Eintracht. Einer theilte dem Andern mit, was er hatte, und es that ihm nur leid, wenn es ihm fehlte, und er sprach wohl freundlich zu ihm: Bruder, das habe ich nicht! und ein Nachbar hatte es gehört, rief ihn und sprach: Bruder, ich habe noch, komm! So wurden die Verschiedenen zu Einem. Denn gleicher Wille und gleiches Ziel verbinden die Völker.
Es war noch Zeit, unsre Arche, das Schiff zu besehen, das mein Schwiegersohn gemiethet. Wir fuhren zu Wasser hin. O so ein Haus! So ein großer verständiger Fisch! Wie sauber Alles. Und die goldenen Sterne, 27 Sterne, für jeden Freistaat ein Stern in himmelblauem Eckfelde der roth, blau und weißen Flagge. Seine Flügel schliefen. Die sauberen Räume standen noch leer. »Es ist nicht groß, darum geht es nicht tief, und kann überall eher ans Land;« sagte mein Schwiegersohn; »es ist neu, also wird es der Capitain nicht mit Willen stranden lassen, um die versicherte Prämie zu gewinnen. Ich habe es ganz gemiethet, es faßt 150 Menschen, und so kostet Jedem die Überfahrt ohne Essen und Trinken nur 30 Thaler. Sie kommen mit nach New-Orleans, um Florida zu sehen, das man so rühmt, und dann den Todtenstrom, den Missisippi hinauf, auf einem der Dampfboote, nach Kentucky, Ohio und wohin Sie wollen.«
So hatten wir denn, wie die Kinder, schon in der Kutsche gesessen, die noch ohne Pferde steht. Abends aber führte uns Master Erwin in die Versammlung der verarmten Rittergutsbesitzer, denn wohl zwanzig Familien hatten seiner, auf des Vaters Befehl gethanen Einladung, mit Freuden Folge geleistet. Sie wohnten alle in der Nähe, sie waren versammelt, sie lernten ihn kennen, wir sie. Unter den merkwürdigen, anständigen, mitunter schönen Gesichtern und den unleugbar sich auszeichnenden Gestalten der Männer, Frauen, jungen Herren und Fräulein, und unter den mannigfachen Reden der Verdrossenen, Neu-hoffenden, vergesse ich nie die Valet- oder Standrede des Adels, welche ein launiger alter Herr hielt, welcher sich selbst den Herrn von Habenichts nannte. Unter andern sprach er: »O Don Colibrados, und alle Ihr Colibraden, kommt mit! Was Ihr einmal waret, begreift Niemand, Ihr selber nicht mehr! selbst Euren Namen nicht. »Wir sind vom Geschlecht der Colibraden!« Das Wort mußte uns Spannung geben. Für den Schein mußten wir alle Wahrheit opfern! Pferde, Spiele, Bälle. Wir tanzten wie ein gewisses fettes Thier vor Angst auf den heißen Eisenstäben. Denn der Güterhandel, der Pferdehandel, der Holzhandel, der Wollhandel, der Getreidehandel, kurz alle Handel und Händel brachten uns zum Tanzen. Was waren wir noch? Sequester der Juden! Sclaven unserer Schaafe und Ochsen. Und nun sollten unsere Junker lernen! Lernen, was andere Menschen, die Krety und Plety, wissen und können; unsere Fräulein sollten Bürger heirathen — blos um das einzige Wörtchen von im Stillen zu behaupten! Das sei Gott geklagt. Wir werfen das einzige Wörtchen »von« von uns ab, als den alten schweren Harnisch, verlassen die hohe Region, erwerben im Thale des Lebens für unser letztes Hab und Gut große Güter, und nennen uns heimlich, bis wir es sind, »die Herren von — Europa.« Und sind wir nicht dennoch die Vorbilder des Volkes gewesen? Und haben wir es nicht vortrefflich gehabt, so lange wir es gewesen? Haben wir Edlen nicht alle wilden Schweine, Hirsche, Rehe, alle Hasen, alle Rebhühner und Lerchen gebraten und gekocht, alle Hechte, Karpfen, und Krebse gegessen, bis wir dem gemeinen Volke den Mund wäßrig gemacht, und alle das liebe Wild ihnen verkauft, um Kutschen und Kleider zu kaufen. Sind wir nicht Keiler, Zehnender, Hasen, Bretklötzer, Hechte u. s. w. über und über? Ja durch und durch! Und unsere Burgen und Zimmer, haben sie nicht nun Alle? Was wir tragen, trägt es nicht Jeder? Was wir wissen, weiß es nicht Jeder? Wie wir ohne Steuern und Gaben zu seyn wußten, will es nicht Jeder? Haben wir uns nicht gegen den hohen Adel gestemmt, und ihm Alles abgetrotzt? Kurz, durch uns Muster und Modelle sind nun Alle im Lande Edelleute geworden, ja sie wollen sogar edle Leute seyn! Und so sind wir die Steinplatte mit der ersten, so so gezeichneten Menschengestalt gewesen, welche man tausendfach abgedruckt hat, die aber selbst darüber abgenutzt und verwischt worden bis zum Unkenntlichen, hoff’ ich. Das war nobel! hoff’ ich. Und unser Lohn ist, der Abschied eines Dieners, oder eines Herrn, der sich unnütz gemacht hat — eines Stockes, der durch Lehre und Zucht der Schulknaben zu kurz geworden — eines Flegels in genere, der durch Dreschen abgedroschen ist, und in der Scheune verloren dahängt, als sein eignes Monument. O Welt, wie schön bist du, wie dankbar! so daß dein größter Dank für die Größten und Edelsten grace, der himmlische Dank ist: daß sie darin überflüßig, verachtet, verspottet, zum alten Flegel werden, vom seligen Herrn von Habealles, allmählig zum Herrn von Habewas, bis endlich zu meines Gleichen: den seligen Herrn von Habenichts! Und so danke ich allen meinen Ahnen, die das vollendet, — allen Schatten der nobelsten Geschlechter danke ich hier in dem Einen schwarzen Schatten, der von mir an der Wand schwebt, als letztes concretes und concentrirtes Bild unsrer edlen Kaste, ich gehe hin und küsse ihn dreimal laut: Dank! Dank! Dank!«
Und so that der herrliche fröhliche Mann wirklich, ging hin und küßte den Schatten »mit dreimal Dank.« Und mit sonderbarem Gefühl wischte er sich den Kalk der Wand von den Lippen, setzte sich und sprach: Nun sage Niemand mehr, daß Einer sich nicht selber küssen kann! Sie meine Herren und Damen, sind männiglich Zeuge! Und männiglich sind Sie, daß Sie mich nicht etwa erzürnt zur Thüre hinauswerfen, sondern so edel, so gescheidt, so politisch, so habsüchtig, daß wir in genere die Landstraße zu Wasser nach Amerika einschlagen wollen und werden. —
»Sie lachen! Alle! Sie lachen heiter! Sie haben überwunden;« sagte mir der liebe Leuthold ins Ohr. »Es wäre vielleicht doch nicht gut, ein ganzes Ländchen mit allen Ständen und Ständchen hinüber zu setzen! Wer drüben leben und denken, unbillig leben und denken will, der bleibe gleich lieber hier und leide sich und Andere! Man dürfte nur »Constantinopel wie es ist« — »Venedig wie es ist« — »Wien — Rom — wie es ist — Neapel — Baiern, wie es ist« — nach Amerika hinüber versetzen, und ganz Amerika wäre auf immer verdorben! Und das verdorbne Europa auch! Ich fange an, Nord-Amerika für eine Art wohlgedeckte große Freimaurerloge anzusehen, wohin man nur mit Schurzfell und Kelle kommen darf. Diese Erfahrung hier wird meine Übersiedelung stark berichtigen! Aber sehen Sie nur, was Herr von Habenichts auskramt!«
Ich sah. Dieser breitete eine große Charte von einem kleinen angekauften Ländchen aus, und zeigte Jedem sein neues Gut, oder doch Habe. »Für den Rest, den Ihr auf Eure Schulden herausbekommen, für die 5000 Thaler etwa, habt Ihr Jeder so viel Erde dort wieder, als Ihr hier niemals besessen — Teiche, Wälder, Wild! Für den Werth des Holzes in Wien oder Berlin kauftet Ihr hier ein Fürstenthum; aber thut es ja nicht! Denn dort müßtet Ihr verhungern, wenn Ihr das schöne Mahagoniholz nicht verbrennen wolltet zu Acker, da die Bäume keine Brotbäume sind. Aber Menschen — denn mit Erlaubniß, so nenne ich Euch jetzt, pflanzt Pisang! Pisang! Denn ein Stück Land, das mit Euren vermaledeiten Kartoffeln bepflanzt, nur Adam und Eva nährt, das nährt, mit Pisang bepflanzt, ein halbes Hundert. Ihr seht also, daß Ihr die alte Bärenhaut mitnehmen könnt, um dort mit den Händen so viel auszuruhen, als Ihr hier mit dem Kopfe habt arbeiten müssen. Jeder findet sein Haus, und gefällt es Euch nicht, wie vermuthlich nicht — doch ein Blockhaus ist kein Stockhaus, sondern nur einstöckig — so baut Euch Ein Schloß auf der Stelle, wo alle Eure Grenzen zusammenstoßen — einen großen Boarding, ein Gemeinlogis, schämt Euch des Namens nicht! Denn ein Gut, wovon nicht Jeder das Gleiche besitzen und brauchen kann, ist ein wahres Übel, wie unsere Güter waren, welchen Namen ein alter Prophet aufgebracht, um uns einmal — das heißt jetzt — den Stolz zu benehmen. Aber was macht denn das Kartenspiel so interessant für die herrlichsten Menschen? Also auch für Euch, denn ich darf Euch nun Menschen nennen, und herrliche Menschen, denn Ihr habt wieder Etwas, ja viel — was reißt so zum Kartenspiel? Nun? . . . . daß sie Freiherrn werden, Schicksalsgötter, daß sie nach ihrem Kopfe mit Königen, Königinnen, Buben, As, Spadille und Manille verfahren können, wo ihnen keine Hausehre, kein Offizier, kein König darein reden darf, denn wenn er kann und will, sticht er — oder paßt, verpaßt. Seht, hier habt Ihr eine beßre Art Charte, die Euch noch froher machen wird — hier ist ein neues Spiel; setzt Euch ein! Da seid Ihr wieder Herren!«
Während nun die schöne klare Charte und mancher Plan den Auszug oder die Auszügler und Vorzügler des Adels beschäftigte, und sie wünschten, daß Alle als Nachzügler kämen, ward mein Freund Weber abgerufen. Er holte bald den Prinzen nach, dessen Vater, der Fürst, gekommen war, mein gnädigster Landesherr, der, obgleich souverain, doch, so viel er von höhrem Ort durfte, Jedem Freiheit ließ, ja gab. Und doch schien mir seine Ankunft dem guten menschenfreundlichen Prinzen fatal. Wir zogen uns auch zurück, und mein Schwiegersohn, Gott bewahre, nicht der neue Landesherr dieser vornehmen Neuweltsrekruten — unter welchen Obersten, Generale und große Thiere waren — sondern blos der bescheidene Herr ihres neuen Landes, ward von ihnen, wie Moses am rothen Meere von den Kindern Israels verehrt, und Jeder empfahl sich ihm einzeln zu gnädigem Schutz. So steckte noch die alte Lust und Gewohnheit: protegirt zu seyn, in den redlichen Leuten!
Zu Nacht erst war ich allein mit meiner Tochter, und konnte sie, als Braut eines ihr lieben Mannes, in meine Arme schließen und segnen. Sie war zu allem still, und sprach zuletzt nur: »O wenn nur die Mutter hier bei uns wär’!« — Ich deutete das in meinem Sinn, wie ich ihr eigentlich nur Segen von dem Segen gab, den ich durch ihre reiche Heirath über mich ausgeschüttet, fühlte. Fand ich drüben keine Anstellung als Prediger, vielleicht wohl gar bei den ausgezognen Adligen, und starb ich nicht, ehe ich verhungerte — so verhungerte ich nun nicht, sondern meine gute Tochter gab mir gewiß das Gnadenbrot! und ich konnte umsonst predigen, taufen, trauen, begraben, was bei uns der nobelste Bischof nicht thut, und wir theuren Herren kosten mit Kirchen und Schulen den armen Leuten zu viel, und ich habe immer einen Stich in der Seele gefühlt, wenn ich den Becher Taufwasser, oder den Leib des Herrn mit den paar Dreiern von den guten Leuten bezahlt erhielt, welche sie hinter dem Altare wandelnd hervorgesucht! Und doch schielte ich abscheulicher Mann dennoch manchmal nach dem Gelde, oder schlauer sogar nur freundlich, nach den Augen der Opfernden; denn, wer mit zugemachten Augen gab, der schämte sich, so wenig zu geben, als er in den bedeckenden Fingern mir auf den Altar heraufreichte — aber, mein Gott! ich bedurfte das Geld, und seufzte, wenn ich es so geschwind durchzählen konnte, und es für den Herrn Sohn auf der — Pferdeakademie nicht langte, denn er lernte reiten; oder nicht langte zu dem bestellten Weihnachtsgeschenk für die Frau . . . . und morgen ging die Post! Darum segnete ich die Tochter mit feurigem Dank für meine Erlösung und bat: daß alle Geistlichen so liebe Töchter hätten, auch so liebe Amerikaner fänden, um Alle, Alle im Geldsinn, nicht im Weltsinn umsonst zu predigen, umsonst Wein und Oblaten auszutheilen, umsonst kleine Kinder zu taufen, kurz, Alle von Judas Ischariot’s Sünde erlöst zu werden — wie ich nun schien. Ich schlief die Nacht in einem Rosengarten, der in Amerika lag; denn im Traume sah ich ungeheure Ströme, Höhlen, Wälder, Wasserfälle, Blumen und Bäume, tausend Wunder, Alles mir neu — und selbst meine Tochter wandelte dort, nebst einem Häuflein Kinder, aber mit dem Prinzen Hand in Hand, der sie dort in seiner Provinz, wohin er sein ganzes Völkchen übergesiedelt, als redlicher einfacher Herr Leuthold geheirathet hatte — — — und ich küßte ihm die Hand, aber er gab mir mit meiner Tochter Hand eine Ohrfeige, und die Hand war eiskalt! — So etwas mußte am Tage mir still durch die Seele gefahren seyn, ich meine nicht die Ohrfeige, sondern, daß die lieben Kinder ein schönes Paar wären!
Der Amerikaner sagte mir am Morgen nichts Näheres, Gewisseres über seine Verlobung — bloß, daß unser Schiff fertig liege, und daß der Wind nur nach Ost umzusetzen brauche. Freund Weber, vom Fürsten beschäftigt, konnte mir auch kein Wörtchen sagen, als: der hergeeilte Vater will den armen Leuthold nach Hause bringen oder zwingen. So kamen wir, ich, meine Tochter, Erwin, von seinem Wilberforce und nun seinem Tolera begleitet, am Ufer der Weser zu einer herzzerreißenden und doch herzerfreuenden Scene. Der junge Leuthold kam uns düster und allein entgegen. Er blieb bei uns stehen, wir lasen in seiner Seele, aber nicht laut, und deuteten lieber auf etwas auf dem Strome, den Knaben, dem er gestern mit seinem Bruder die Überfahrt zu seinem Vater in Kentucky besorgt hatte. Wir kannten den Anselm an seiner Kleidung, ja am Gesicht; sein Bruder Wilhelm fischte mit ihm. Wahrscheinlich hatten sie einen großen Lachs gefangen und der ältere Bruder beugte sich über, er konnte die Last nicht erheben, er wollte sie nicht fahren lassen, während der kleinere Bruder im Strome den Kahn nicht zu halten vermochte. Uns verging der Athem vor Angst. Er machte eine Anstrengung nach dem Fisch und stürzte in die Wogen des tiefen und breiten Stromes. Den kleinen Knaben führte die Strömung im Kahne davon. Der Verschwundene kam nicht herauf. Endlich, endlich erschien das schwarze kleine Haupt — das wieder überspielt ward, dann wieder einmal eine Hand — wie Geisterzeichen aus einer Mauer — endlich zwei Hände. Und indem wir starr hinblicken, ohne an Hülfe zu denken, erblicken wir eine Gestalt in der Gegend des Knaben — meine Tochter ruft gedämpft! es ist der Prinz! und fällt dem Amerikaner um den Hals und verbirgt ihr Gesicht an seiner Brust, und so hält sie ihn auf. Indeß seh’ ich allein das Traurige. Der menschenfreundliche Leuthold ist uns entschlichen, ist weiter unterhalb in den Strom gesprungen — weil kein Kahn hier steht — und hat sich gewiß gefährlich gestoßen an einem ungeheuren Pfahl; denn aus seinen gelegentlichen Worten von gestern weiß ich, daß er schwimmen kann — und jetzt doch dort draußen mitten auf dem Wasser hält er sich kaum. Er rudert; vergeblich. Er sucht; vergeblich. Er bedarf selbst der Hülfe. Der Amerikaner sieht, was vorgeht, über die Achseln seiner Braut, oder doch meiner Tochter. Eine seiner Wangen ist glühend roth, die andere weiß — er hat ein Auge geschlossen, eins hat er mitleidig offen. Ich rede zu ihm an das linke Ohr und frage: »kann Wilberforce nicht schwimmen?« — ich erwarte keine Antwort, gehe vor Eifer auf die andre Seite. »Wilberforce!« rufe ich. Das hat nun auf dem rechten Ohre der sonderbare, halbtodte, halblebendige, halbfrohe, halbtraurige Erwin gehört — er winkt, und der Neger, der sich schon bereitet hat, theilt sicher und flink, wie ein Reh, die Fluth — endlich, endlich kommt er auf die gefährliche Mitte. Ich habe nicht Augen genug, wie es sich ereignen wird, schon ereignet hat. Ein Kahn ist vom jenseitigen Ufer herüber gekommen zu Hülfe. Der Neger hat den rettenden Jüngling ergriffen, er zieht ihn nach. Aber Leuthold, Kindhold, Menschenhold hat den Knaben mit seiner Hand an der Hand und zieht ihn nach. Ich jauchze: sie leben! Er lebt! — Meine Tochter schlägt die Augen auf und sieht mich an. Sie lehnt sich nicht mehr an ihres Bräutigams Brust. Sie sieht nun selbst — der Jüngling wird von den Schiffern in den Kahn gehoben — aufrecht gesetzt, oder setzt er sich selbst; der Knabe wird zu seinen Füßen gelegt, und ist nicht zu sehn. Der Neger schwingt sich in den Kahn. Sie rudern schnell. Sie kommen. Sie nahen. Sie landen. Sie springen ans Land. Selber der Knabe kommt wie betrunken getaumelt. Maria faßt ihn in ihre Arme, so naß er ist. Er drückt sich die schwarzen Locken aus. Leuthold bleibt ruhig in dem Kahn. Ich steige hinein. Der Amerikaner steigt hinein — der schöne Jüngling ist ertrunken, und seine schöne Hoffnung ist dahin, ins Land der Hoffnung, oder war sie zuvor schon dahin. Und die Hoffnung vieler Tausend. Durch den Vater.