»So ist es,« sagte Gotthard leise; »und da durch Sie meine Ehre vernichtet ist, bleibt mir nichts übrig, als meinem Leben ein Ende zu machen.«
»Und dir, Vater, dir ist das Zuchthaus gewiß.«
Herr Espenbeck hob mit einem herzbrechenden Ausdruck der Verzweiflung die Hände in die Höhe — er griff nach seinem Kopfe, wie um ihn festzuhalten, daß er nicht wahnsinnig werde.
Anna aber trat ihm einen Schritt näher, erfaßte heftig einen seiner Arme und diesen an sich reißend, wie man ein böses Kind zum Gehorsam zieht, rief sie aus:
»Hier gibt es keine Rettung — nur eine — nur ich kann dich retten, und ich will es. Ich will den
Doktor heiraten — sobald es möglich ist, und daß wir verlobt seien, muß noch in dieser Stunde im Orte bekanntgemacht werden! Es gibt nur eine, nur eine einzige Art, wie es als eine unschuldige Handlung erscheint, wenn du dem Doktor Geld gibst; nur eine Art, sogleich jeden Verdacht aufhören zu machen. Wir müssen Verlobte sein, du gabst das Geld dem Doktor von meiner Aussteuer, für unsere Einrichtung.«
Herr Espenbeck atmete tief, tief auf; er atmete noch einmal tief auf, und dann sagte er, und die Tränen traten dabei in seine Augen:
»O meine gute, gute Anna, du wolltest das tun? — Aber, du hast recht, ja, du hast recht, nur so kann ich gerettet werden — o mein teures Kind, welch einen Engel hab' ich an dir!«
Herr Espenbeck umarmte seine Tochter; er brach in Schluchzen aus und konnte kaum reden, als er, dem Doktor die Hand hinreichend, sagte: