sh.
sh.
sh.
sh.
21,7
21,4
19,5
19,4
22,2
20,11
19,7
19,0
21,11
20,9
19,2
18,11
21,0
20,8
19,8
18,4
21,5
20,4
22,2
17,11
Ziehen wir zum Vergleich nur einige Löhne in ausschließlichen Männerberufen heran: Die Panzerplattenarbeiter im englischen Schiffsbau nehmen wöchentlich 28 bis 61 sh. ein, der Wochenlohn der Maschinenarbeiter bewegt sich zwischen 20 und 39 sh., die Typographen verdienen zwischen 29 und 40 sh., während die Löhne der Baumwollweber zwischen 18 und 30 sh., die der Wollenweber zwischen 10 und 24 sh. schwanken.502
Es ist nach alledem keinem Zweifel unterworfen, daß Industrien mit hohen Löhnen Monopole der Männer sind503, aber nur deshalb, weil es sich dabei um Arbeitsarten handelt, für die die Männer ihrer ganzen körperlichen und geistigen Disposition nach hauptsächlich befähigt und in der sie lange thätig sind. Diejenigen Industrien dagegen, die besonders zahlreiche Arbeiterinnen beschäftigen, denen die Frauen schon gewissermaßen durch die Tradition angehören, weisen niedrige Lohnsätze auf, und wo Männer und Frauen in ihnen zusammen arbeiten, verdienen sie zusammen nur wenig mehr, wie Männer in den Industrien verdienen, wo sie allein arbeiten.504
Die Gründe für die niedrige Entlohnung der Frauenarbeit und ihre allgemeine lohndrückende Tendenz sind damit aber noch nicht gegeben. Man ist im allgemeinen gewohnt, hier ohne viel Ueberlegung mit dem Schlagwort von dem Konkurrenzkampf zwischen den männlichen und weiblichen Arbeitern zu operieren, weil man von den bürgerlichen Berufssphären her gewohnt ist, Männer und Frauen als Lehrer, Journalisten, Schriftsteller, Maler, Musiker, Aerzte, Handelsangestellte in genau denselben Arbeitsgebieten thätig zu sehen, und annimmt, daß dasselbe auf die proletarische Arbeit zutrifft. Thatsächlich sind die Verhältnisse hier ganz andere und in gewiß 9/10 industrieller Arbeiten findet eine scharfe Differenzierung zwischen den Geschlechtern statt. Selbst in den Industrien, wo Männer und Frauen scheinbar mit völlig gleicher Arbeit beschäftigt werden, giebt es Unterschiede in der Art der Ausführung.505 So bekamen z.B. in einer Glasgower Druckerei die weiblichen Setzer für 1000 Typen um 2 p. weniger als die männlichen, weil sie nicht die vollständige Arbeit bewältigen können, sie bedürfen zum Umbrechen, Korrigieren u.s.w. die Hilfe der Männer und können bei schwereren Druckarbeiten nicht beschäftigt werden.506 In der Londoner Cigarrenindustrie machen Frauen die geringere Sorte Cigarren, in der Velvetfabrikation schneiden Frauen nur ein Stück Stoff, während Männer zwei auf einmal schneiden können. In der englischen Töpferei füllen Frauen, infolge ihrer geringeren Uebung, lediglich die Umrisse der Zeichnungen mit Farbe aus, während Männer die schwierigere Arbeit machen.507 In der Cigarettenfabrikation liefern Frauen wöchentlich nur 9000, Männer aber 13000 Stück.508 In den Seidenwebereien Derbys erreichen die Männer einen höheren Lohn, weil sie zwei, die Frauen nur einen Webstuhl bedienen.509 Vielfach sind die Männer auch an schwereren Webstühlen beschäftigt.510 In italienischen Webereien, wo sie an gleichen Stühlen arbeiten, leisten die Frauen bedeutend weniger, und in der Handweberei zeigt sich wieder ihr Mangel an Uebung darin, daß sie genötigt sind, auf das Muster zu sehen, während die Männer mehr nach dem Gedächtnis arbeiten.511 In der französischen Papier- und Lederfabrikation, für die wir in der Tabelle [oben] beträchtliche Lohnunterschiede konstatierten, findet eine fast durchgehende Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern statt. Die Arbeit an den Vergolderpressen der Berliner Kontobuchfabrikation ist insofern auch eine verschiedene für Männer und Frauen, als diese die kleineren und jene die großen Sachen pressen.512 In der Pforzheimer Bijouterieindustrie fallen im Kettenmachen den Mädchen die leichteren Ketten, im Polieren und Aushauen die leichteren Arbeiten zu.513
Die Niedrigkeit der Löhne weiblicher Arbeiter ist daher zu einem wesentlichen Teil auf ihre Inferiorität in der Handfertigkeit und in der Produktionskraft, die sich manchmal in Bezug auf die Quantität, manchmal in Bezug auf die Qualität äußert, zurückzuführen.