Paris, am 28. Dezember 1772.

Wegen eines Madrigals, um dessen beziehungsvolle Zartheit der Chevalier Boufflers mich beneiden müßte, soll ich, holde Delphine, Ihrer Gegenwart beraubt sein?! O, mère Sainte-Bathilde, wir werden ihnen beweisen, daß sie keine Nönnchen zu kommandieren haben! Koste es, was es wolle –, meine Angebetete wird den Maskenball im Hotêl du Chatelet besuchen. Trüben Sie darum den Glanz Ihrer Augen durch keine Träne.

Graf Guy Chevreuse an Delphine.

Paris, am 30. Dezember 1772.

Alles in Ordnung. Ein paar Louisd'or überstrahlen jeden Heiligenschein und sprengen jede Klosterpforte. Die Schwester, die Ihnen diesen Zettel zusteckt, wird Ihnen alles Notwendige sagen. An der kleinen Gartenpforte erwartet Sie die Sänfte, die kurz vorher Clarisse zum Balle trug. Für die ungefährdete Rückkehr bürgt mère Sainte-Bathilde's Gespensterfurcht. Und der Preis für meinen Ritterdienst?!

Johann von Altenau an Delphine.

Paris, am 31. Dezember 1772.

Meine liebe kleine Gräfin, da ich mich doch nur in Gegenwart einer Ihrer Gestrengen steif und zeremoniös nach Ihrem Befinden erkundigen kann, und Ihnen nach dem Ereignis der gestrigen Nacht manches zu sagen habe, was Ihnen sonst Niemand sagt, so schmuggle ich diesen Brief bei Ihnen ein.

Das war ein Zusammentreffen, wert von La Harpe in leichten Reimen, von Boufflers in einer zierlichen Erzählung geschildert zu werden: