Montbéliard, am 6. Dezember 1784.

Geliebteste. Daß auch ich Dich quälen mußte, als Du so Böses erfuhrst! Von dem plötzlichen Verschwinden Cagliostros hörte ich. Es kamen mir sogar Gerüchte zu Ohren, daß Rohan sich infolgedessen zu töten versuchte. Er soll alles verloren und andere in den finanziellen Zusammenbruch mit hineingerissen haben.

Was Du, Geliebte, selbst erlebtest, erschütterte mich aufs tiefste. Entsetzlich, wie der Marquis in sinnloser Wut mit dem Hammer sein Laboratorium zerstörte, so daß das Volk, vom Lärm gelockt, vor seinen Fenstern zusammenlief! Und wie muß Dein sanftes Herz geblutet haben, als der Betrogene weinend vor Dir zusammenbrach!

Etwas wie Mitleid mit ihm regt sich sogar in meinem Herzen. Alle Zweifel, alle Vorwürfe, alle Ungeduld will ich zurückdrängen, bis der alte Mann zu sich selbst gekommen sein wird und Du klarer siehst. Für ihn mag es schon jetzt eine Beruhigung sein, daß er nur die Hälfte seines Besitztums verlor; für Dich, meine süße Delphine, ist all das einerlei. Wenn Du zu mir kommst, nur vom schimmernden Seidenmantel Deiner Haare umhüllt, bringst Du mir den unerschöpflichsten Reichtum der Erde.

Prinz Friedrich-Eugen Montbéliard an Delphine.

Montbéliard, am 15. Januar 1785.

Du kehrst nach Laval zurück, so plötzlich?! Deine Schrift zittert auf dem Papier, als hätte Dein Herzschlag die Feder regiert? Ich folge dem Boten auf dem Fuße.

Marquis Montjoie an Delphine.

Straßburg, den 17. Januar 1785.