"'Guten Tag, mein Kind,' sagte sie; 'ich freue mich sehr, dich zu sehen. Denke dir, ich habe heute keinen Brief von Alfred und bin so besorgt.'
"'Doch warum dich ängstigen, liebe Louise, erst vorgestern hattest du Nachrichten aus Paris.'
"'Doch du weißt, ich bin unter einem Unglücksstern geboren, auch nehme ich immer Alles von der trüben Seite. Und gerade heute bin ich schlechter Laune; Margarethe ist wieder unartig gewesen; meine Tochter hat kein Herz, keine einzige Neigung wurzelt darin, sie ist so selbstsüchtig und so kalt!'
"'Aber liebe Freundin, sie ist drei Jahre alt!'
"'Der Hut und das Kleid, das ich für dich bestellte, sind auch noch nicht angekommen.'
"'Gnädige Frau haben es vor acht Tagen bestellt,' sagte die alte Kammerfrau, 'man kann die Postpferde von Paris hierher nicht beflügeln!'
"'Schweigen Sie, man hat Sie nicht gefragt.'
"Dann eine Pause. Die junge Frau hatte ihre Frisur beendet, doch sie war noch immer damit beschäftigt, eine widerspenstige Locke zu bändigen; es schlug dreiviertel auf drei Uhr, ehe diese große Arbeit gethan war.
"'Ich habe fürchterliche Kopfschmerzen, das sind sicher die Vorboten einer neuen Krankheit.'
"'Das kommt von dem scharfen Duft, den du an dir trägst und in allen Räumen verbreitest.'