„Ich kniee an dein Kripplein hin
Und fasse nicht das Wunder d’rin,
Und bitte dich, o Herr, verleih
Daß dies mein Bitten ernstlich sei.
„Du giebst dich mir, Herr Christ! ich hab’
Nur mich als arme Gegengab’,
So nimm mich hin, Rat, Kraft und Held,
Und mach aus mir, was dir gefällt.“
Die Eltern standen schon in der Thüre, als der letzte Ton verklang; die Mutter war zum Ausgehen angekleidet, Herr Feldwart hatte Thränen in den Augen: „Ich will lieber hier bleiben“, sagte er, „ich habe etwas Kopfweh!“
Martha war schnell in ihren hübschen Winteranzug gehüllt. Siegfried ging mit den Damen zur Kirche. Aus der nächsten Hausthüre trat Frau Geh.-Rat D., und schloß sich ihnen an. Man hatte erst eine Droschke nehmen wollen, aber die Sterne glänzten so freundlich, die Winterluft wehte frisch, und es war noch zeitig; da ließen sich die älteren Damen gern bereden, den Weg zu Fuße zurückzulegen. Sie gingen voraus, Siegfried und Martha hinter ihnen; der Weg führte eine ganze Strecke weit am Rande des Parkes hin; hier war es verhältnismäßig still und einsam.