Der kleine Hans zupfte sie am Kleide: „Du, was ist denn eine Urenkelin?“

„Weißt du denn, was eine Enkelin ist?“

„Ne!“

„Aber, was eine Großmutter ist, das weißt du!“

„Ja“, sagte der Junge lustig, „ich habe zweie!“

„Na, siehst du! wenn deiner Großmutter ihre Mutter noch lebte, das wäre deine Urgroßmutter, und du wärst ihr Urenkel.“

Der Junge sah noch nicht ganz befriedigt aus: „Da müßte sie mir doch noch erst eine Uhr schenken.“

Martha lachte: „Junge, ein Urenkel kann man auch ohne Uhr sein; ich habe auch keine.“

Aus dem Schulhause wurden nun gewaltig große Chokoladenkannen herausgebracht; jedes Kind nestelte den kleinen Becher los, den es am Gürtel trug, und nun ward gefüllt und getrunken nach Herzenslust. Dann ging es ans Spielen.

Für die Knaben waren Kletterstangen da; ein Sackhüpfen wurde angestellt, und es gab allerlei kleine Preise: Tücher, Messer, Kreisel etc. Die Mädchen liefen nach einem Ziele, mußten mit einem an einer Schnur schwebenden Ringe nach einem Haken werfen und wurden dann ebenfalls mit Scheren, Fingerhüten, Bändern und dergleichen belohnt. Suschen zeigte sich im Anordnen solcher Spiele sehr behilflich und gewandt; sie kannte dieselben von ihren Geschwistern. Dazwischen sangen die Knaben: „Die Wacht am Rhein“ und andere Vaterlandslieder; die Mädchen: „Alle Vögel sind schon da“, „Wer hat die Blumen nur erdacht“ u. s. w.