Pastor Frank war einige Augenblicke verschwunden; in der Nähe des Pfarrhauses holte er unsere Freundinnen ein und überreichte Martha ein zierliches Sträußchen.

„Die Blumen aus meinem Garten sind auch Pfingstblumen,“ sagte er.

Martha dankte etwas überrascht; sie hätte sich noch mehr gefreut, wenn Suschen auch Blumen erhalten hätte; aber sie dachte, es bezöge sich auf ihre Geschichte, und beruhigte sich dabei.

Im Gutshofe stand Trude, und Martha ging zu ihr.

„Ach, Fräulein, die schönen Blumen, die sind aus dem Pfarrgarten; so dunklen Flieder hat nur unser Herr Pastor. Ach, sehen Sie! wenn ich das erleben sollte, daß Sie ’mal wieder hier einzögen, wenn es auch nicht auf dem Amte wäre!“

Martha sah sie erstaunt an; sie verstand anfangs durchaus nicht, was sie meinte, dann erschrak sie.

„Was redest du, Trude? Das fällt ja keinem Menschen ein!“

Aber sie war innerlich betrübt; die Unbefangenheit war weg. Als sie ging, ihre Sachen abzulegen, sah sie Suschen am Fenster ihres offenen Stübchens stehen. Sie ging zu ihr und legte den Arm um ihren Hals; es schien fast, als habe die sonst so Fröhliche geweint, obgleich sie es nicht merken lassen wollte.

„Suschen“, sagte Martha, „komme nach Tische noch ein wenig in den Garten, ich muß dir etwas erzählen.“

Suschen schrak zusammen.