Lisa Wenger

Amoralische Fabeln

Mit Zeichnungen von Carl O. Petersen
Grethlein & Co. / Zürich und Leipzig

Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen,
vorbehalten. Copyright 1920 by Grethlein & Co., Zürich

Theo Wenger
gewidmet

Inhalt

Seite
Was das Schäfchen sagen darf und was nicht![1]
Der schwarze Fleck[4]
Als das Hühnchen zur Schule sollte[9]
Der weiße Maulwurf[14]
Das unschuldige Lämmlein[19]
Als die Hühner wählen durften[22]
So oder so![27]
Warum die Schafe heiraten[31]
Das Festessen[34]
Einsicht[39]
Eintagsfliegen[42]
Der Gesangverein[46]
Das kluge Huhn[50]
Der alte Schafbock[54]
Vom bescheidenen Hähnchen[59]
Das neue Buch[61]
Die lieben Nachbarn[67]
Wie der Binsenteich erforscht wurde[70]
Das Begräbnis[78]
Die Ratgeber[82]
Das künstliche Auge[87]
Die Richter[92]
Schicksal dreier Freunde[96]
Der Goldfasan[104]
Vom Huhn, das etwas gelernt hatte[109]
Er und Sie[113]

Was das Schäfchen sagen darf und was nicht!

Ein junges Schaf lief an der Seite des Böckleins glücklich über die Wiese. Es schmiegte seine feuchte Schnauze dicht an die Nase seines Gefährten, und die Löcklein ihrer weichen, wolligen Felle kräuselten sich ineinander. Das gefiel dem Schäflein, das neben seiner Mutter graste.

»Frau Mutter, ich will auch heiraten,« sagte es, »heiraten ist ein schönes Ding!« Bedächtig sah das Schaf auf sein Junges.