»Mir ist das einerlei,« gackelte ein anderes, das elf Kücken um sich versammelt hatte, und jetzt noch spektakelte zur Erinnerung an die 15 Eier, welche es nacheinander gelegt. »Was geht mich die Politik an? Ich verstehe nichts davon.«

»Es ist nicht nur wegen der Politik,« sagte die schöne Henne. »Wir sollen auch sonst mitreden dürfen, zum Beispiel, wenn eine neue Pute für die Schule gewählt wird.« Das interessierte nun die Hühner alle, denn die meisten hatten Kücken.

»Das ist sicher, daß ich die Bronzepute nicht wieder wähle,« kreischte ein dickes Huhn mit einem Federbusch zwischen jeder Zehe. »Sie hat allen meinen Kücken schlechte Zeugnisse gegeben.«

»Ich wähle sie auch nicht,« piepste das Perlhuhn. Es sah aus wie ein uraltes Jüngferchen mit einem weißpunktierten Schal, aus dem das kleine, nackte, neugierige Köpfchen hervorschaute.

»Ich wähle sie auch nicht.«

»Warum nicht,« fragte die schöne Henne.

»Weil sie in der Schule den Kücken gesagt hat, alle Hühner hätten ein Herz und eine Lunge und eine Leber, und andere unappetitliche Sachen. Dafür schicke ich meine Jungen nicht zur Schule, daß sie solche Dinge lernen.«

»Da hast du recht,« stimmte auch eine Rouen-Ente bei, die so stark war, daß sie ihren Leib auf der Erde nachschleifen mußte. »Traurig ist das. Wir sind auf einen Punkt der sogenannten Aufklärung gekommen, den man schon, den man schon –«

»Unmoral nennen könnte,« half das Perlhuhn nach, und drehte sein unbedeutendes Köpfchen beifallheischend nach allen Seiten.

»Und die Poesie? Wo bleibt die, wenn unmündige Kücken schon wissen, was Hahn und Hühner inwendig haben? Nein, die Bronzepute wähle ich nicht,« schnatterte die Rouen-Ente.